Sommerferien
Schlechtes Wetter bringt Hallenbäder der Region an den Anschlag

Vor den Hallen- und Wellnessbädern der Region stehen die Menschen Schlange. Drinnen werden allerdings die Coronaregeln zur Herausforderung. Die Bäder appellieren an die Eigenverantwortung der Besucher.

Michael Nittnaus
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Wegen des schlechten Wetters werden die Hallenbäder der Region überrannt. Im Bild die Warteschlange vor dem Aqua Basilea in Pratteln.

Wegen des schlechten Wetters werden die Hallenbäder der Region überrannt. Im Bild die Warteschlange vor dem Aqua Basilea in Pratteln.

Nicole Nars-Zimmer

Es sind Sommerferien – und es regnet. Das Wetter treibt die Menschen in die Hallenbäder. Der Andrang ist so gross, dass sich etwa vor dem Aqua Basilea in Pratteln fast jeden Tag lange Warteschlangen bilden. Dasselbe Bild zeigt sich vor dem Sole Uno in Rheinfelden. Während man in der Warteschlange die Corona-Abstandsregeln meist gut einhalten kann, wird es in den Innenräumen schwieriger.

Die bz erreichten Schilderungen, wonach es beispielsweise im Hallenbad Gitterli in Liestal in den Schwimmbecken eng wurde. Dabei gelten nach wie vor klare Beschränkungen. Wie meistern also die Hallen- und Wellnessbäder der Region den Spagat zwischen Besucherandrang und Coronaschutz?

«Ein paar wenige Badegäste kamen bisher zu mir, weil sie durch die vielen Besucher verunsichert waren»,

schildert Geschäftsführer Christian Stäubli die Situation im Gitterlibad. Eng würde es aber nur, wenn parallel ein Schwimmkurs stattfände.

Dreimal mehr Gäste im Gitterli-Hallenbad als sonst

Im Gitterli gilt wie vom Bund vorgegeben überall 1,5 Meter Abstand, in den Becken gibt es aber keine maximale Personenzahl. Der Schweizer Verband der Hallen- und Freibäder empfiehlt mindestens vier Quadratmeter Platz pro Person. «Wir verzichten in Absprache mit dem Sportamt Baselland auf eine strikte Grenze, weil es nur schwer kontrollierbar wäre», sagt Stäubli. Stattdessen setze man auf Eigenverantwortung. Das Badepersonal greife nur in Ausnahmefällen ein. Grundsätzlich spricht Stäubli von einem massiven Ansturm auf das Hallenbad, derzeit 1000 Personen pro Tag. Im Juli strömten 11'000 Personen ins Hallenbad. In normalen Sommern sind es 3000. Dafür kamen nur 10'000 statt 20'000 Gäste ins Freibad.

Auch Yvonne Kasper vom Aqua Basilea bezeichnet den Andrang als aussergewöhnlich. «Viele sind wohl nicht in den Ferien und unternehmen nun hier etwas mit ihren Kindern», sagt die Betriebsleiterin. Voll sei es denn auch nur im Bade- und nicht im Saunabereich. Das Schutzkonzept funktioniere gut. Die Warteschlange entstehe vor allem wegen der nötigen Registrierung aller Gäste, so Kasper.

«Wir stossen derzeit an unsere Kapazitätsgrenzen»,

heisst es beim Sole Uno. Betriebsleiter Sven Malinowski begrüsst bis zu 1500 Badende pro Tag – 25 Prozent mehr als im Sommer üblich. Maximal 350 Personen dürfen bei Schlechtwetter gleichzeitig im Innenbereich sein. Auch das Sole Uno setzt auf die Eigenverantwortung der Badegäste. Das klappe meist gut.

Der Andrang scheint sich auf die grossen Bäder zu konzentrieren. Ins Hallenbad Gelterkinden gehen nicht mehr Leute als sonst, heisst es auf Anfrage. Und das Hallenbad Muttenz wie auch das Rialto in Basel sind noch in der Sommerpause.

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