Soul-Food-Gastronomie
Black Tap kommt nach Basel: Weiterer Laden im heiss umkämpften Markt der Hamburger

Manor baut ihre Restauration um und bringt mit Black Tap eine weitere Kette ans Rheinknie. Allerdings ist beim Fastfood-Klassiker das Angebot bereits reichhaltig. Ob die US-Kette in Basel Fuss fassen kann, ist ungewiss.

Julian Förnbacher
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Black Tap eröffnet in der Manor ihre erste Basler Filiale. Neben Hamburgern hat sich die New Yorker Kette auf Milchshakes spezialisiert.

Black Tap eröffnet in der Manor ihre erste Basler Filiale. Neben Hamburgern hat sich die New Yorker Kette auf Milchshakes spezialisiert.

zVg

Wenn ab Montag die Basler Beizen ihre Innenräume wieder nutzen dürfen, werden sich auch die Pforten des Manora-Restaurants im Warenhaus an der Greifengasse wieder öffnen. Dahinter warten jedoch einige Veränderungen: Die Manor hat ihren Restaurationsabteilungen während der Coronazwangspause ein Update verpasst: Neu wartet man mit einem Konzept auf, das an die grossen Food-Courts aus US-Malls erinnert.
Auch das kulinarische Angebot kommt amerikanisch daher: So wird künftig unter anderem die New Yorker Kette Black Tap ihre Burger und ihre Milkshake-Kreationen anbieten. «Wir haben die fünf Monate Lockdown genutzt, um unser Konzept zu überdenken und jünger zu werden», erklärt Sébastien Iandelli, Direktor der Schweizer Manora-Restaurants.

In Genf gibts Black Tap seit vier Jahren, in Zürich seit letztem Herbst

Ziel dieses Projekts sei es gewesen, eine neue Generation von Manora-Restaurants zu erschaffen. Man wolle nun ein breiteres Kundensegment von Schülern über Familien und Geschäftsleuten bis hin zu Senioren ansprechen: «Es soll mehr eine Evolution als eine Revolution sein.» Iandelli sieht den Food-Court mit externen Anbietern als Ergänzung zum bisherigen Manora-Angebot. Man könne sich also auch künftig noch einen Salat oder eine Portion Pasta im Self-Service-Restaurant gönnen.

Die Soulfood-Burger von Black Tap konnten in den USA einige Preise einheimsen.

Die Soulfood-Burger von Black Tap konnten in den USA einige Preise einheimsen.

zVg

Um dynamischer zu werden und dem veränderten Marktumfeld besser zu entsprechen, hat sich Manora nun die Burger-Nerds aus den USA ins Boot geholt. Dort ist Black Tap für aufwendige Soulfood-Burger und verrückte Riesenmilkshakes bekannt und wurde dafür mit mehreren Preisen ausgezeichnet. In der Schweiz verfügt die Kette seit vier Jahren über ein Lokal in Genf. In Zürich wurde vergangenen Herbst das erste in der Deutschschweiz eröffnet. Nun soll via Manora-Kooperation der schweizweite Roll-out erfolgen.

In der Steinen stolpert man fast von einem Burger-Laden in den nächsten

In Basel dürfte Black Tap nicht überall offene Türen einrennen. Ein Gang durch die Innenstadt zeigt: Basel kennt bereits ein reichhaltiges Angebot an Burger-Läden. Gab es bis vor einigen Jahren ausser den Fast-Food-Riesen McDonald's und Burger King noch kaum Lokale, die sich auf Burger spezialisierten, hat sich die Lage in den vergangenen Monaten und Jahren drastisch geändert. Neben regionalen Betrieben wie den Union Diners der Rhyschänzli-Gruppe oder dem La Manufacture haben sich in Basel auch grosse Ketten wie Burgermeister, Hans im Glück oder Holy Cow niedergelassen. Besonders in der Steinenvorstadt stolpert der Burger-Freund fast von einem Lokal ins nächste.

Maurus Ebneter, Präsident des Basler Wirteverbands, erklärt sich den Trend so:

«Der Burger ist das neue Schnitzel.»

Selbst in den Speisekarten herkömmlicher Restaurants tauche er vermehrt auf. Die Angebote seien keineswegs nur im untersten Preissegment angesiedelt, sondern zunehmend auch beim Casual-Dining und vereinzelt sogar im Gourmetbereich, sagt Ebneter.

Viviane Meyer, Brand-Managerin beim Union Diner, das 2014 als eines der ersten Lokale begann, den einstigen Fast-Food-Klassiker in Basel salonfähig zu machen, bestätigt diesen Eindruck: «Der Burger-Markt wird immer voller, dichter und lauter. Es ist wahrscheinlich der momentan am stärksten umkämpfte Verdrängungsmarkt in der Gastronomie.» So sei es logisch, dass stetig neue Player hinzukämen – aber auch wieder verschwänden. Angst vor Ketten wie Black Tap, das seine Burger für relativ günstige 14 bis 18 Franken anbietet, hat sie nicht: «Konkurrenz belebt das Geschäft. Sie treibt uns zusätzlich an, bestmögliche Produkte und Dienstleistungen zu servieren.»

Davon, dass Black Tap sich in Basel etablieren kann, ist Manora-Restaurantchef Iandelli aufgrund der Resonanz aus der Westschweiz und Lugano, wo die Lokale bereits als Take-away eröffneten, fest überzeugt: «Wir hatten teilweise lange Warteschlangen. Wir treffen damit die Instagram-Mentalität der Jungen.» Die Gastro-Branche werde sich wegen Corona grundlegend verändern. Iandelli ist überzeugt, dass Manora mit Black Tap auf dem richtigen Weg ist.