Sozialhilfequote
Die Massnahmen des Bundes drücken die Sozialhilfequote – steigen dürfte sie in den nächsten Jahren aber trotzdem

Die gestiegene Arbeitslosenquote dürfte sich in den nächsten Jahren auf die aktuell niedrige Sozialhilfequote negativ auswirken. Davon geht das kantonale Sozialamt aus.

Tomasz Sikora
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Die aktuell gestiegene Arbeitslosigkeit lässt vermuten, dass die Sozialhilfequote erfahrungsgemäss verzögert wieder ansteigen wird.

Die aktuell gestiegene Arbeitslosigkeit lässt vermuten, dass die Sozialhilfequote erfahrungsgemäss verzögert wieder ansteigen wird.

Keystone

Eigentlich ist es eine gute Nachricht, müsste man meinen: Wie die Finanz- und Kirchendirektion gestern bekanntgab, ist die Sozialhilfe im Baselbiet letztes Jahr auf einen Wert von 2,8% gesunken. Insgesamt waren 8221 Personen auf die Sozialhilfe angewiesen.

Zurückzuführen ist diese Abnahme allerdings auf die wirtschaftlichen Hilfsmassnahmen des Bundes im Zusammenhang mit der Pandemie, welche die Zahl der Neueintritte in die Sozialhilfe deutlich gesenkt hat, von 12% aller Fälle im Jahr 2019 auf 5% im Jahr 2020.

Kanton geht von verzögertem Anstieg aus

Insbesondere das Aussetzen der Aussteuerung zwischen März und Juli 2020 hat hier Wirkung gezeigt. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation weniger Personen in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Haben 2019 noch 36% der Personen in der Sozialhilfe ihre Erwerbssituation verbessern können, waren es 2020 noch 34%.

Die aktuell gestiegene Arbeitslosigkeit lässt vermuten, dass die Sozialhilfequote erfahrungsgemäss verzögert ansteigen wird, wie Lea Wirz, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim kantonalen Sozialamt, erklärt:

«Zurzeit gibt es keine konkreten Szenarien. Wir gehen aber davon aus, dass die Quote in den nächsten Jahren wieder ansteigen wird.»

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