Initiative
SP Baselland fordert günstigeren Wohnraum: Initiative eingereicht

Die Baselbieter SP hat am Donnerstag die Unterschriften für "Wohnen für alle" übergeben. Die Initiative fordert vom Kanton eine Wohn-Offensive. Die Unterschriften kamen laut Partei innert weniger Wochen zusammen.

Benjamin Wieland
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1800 Unterschriften für günstige Wohnungen: Am Donnerstag reichten Vertreter der SP Baselland ihre Initiative «Wohnen für alle» ein; der zweite Landschreiber Nic Kaufmann (links) nahm die Bögen in Empfang.

1800 Unterschriften für günstige Wohnungen: Am Donnerstag reichten Vertreter der SP Baselland ihre Initiative «Wohnen für alle» ein; der zweite Landschreiber Nic Kaufmann (links) nahm die Bögen in Empfang.

bz

Für die Unterschriften-Übergabe in Liestal haben sich die Baselbieter Genossen etwas besonders ausgedacht: Statt in gewöhnlichen Unterschriften-Kartons wie ansonsten üblich waren die Bögen in drei Kartonhäuslein verpackt. Diese überreichten Vertreter der SP Baselland am Donnerstagmorgen vor dem Regierungsgebäude dem zweiten Landschreiber Nic Kaufmann. Inhalt der Häuslein: Fast 1800 Unterschriften. Diese sind gemäss SP innert weniger Wochen zusammen gekommen.

Mit Solarzellen

Sogar an Solarzellen auf den Dächern der Häuslein hat die SP gedacht. Bei der bereits im Januar lancierten Initiative «Wohnen für alle» geht es aber nicht um Energiepolitik, sondern um die Wohnungsnot, die laut den Parteivertretern im Baselbiet herrsche. Mit «Wohnen für alle» fordert die Partei vom Kanton nun eine «Wohnoffensive», also «ein tatkräftiges Engagement für eine regional koordinierte Siedlungspolitik», wie es in der Medienmitteilung zum Begehren heisst. Das Ziel: Es soll Wohnraum geschaffen werden, der für alle Teile der Bevölkerung erschwinglich ist.

Als Massnahmen fordert die SP unter anderem, dass die Finanzierung von Projekten für gemeinnützigem Wohnen gesichert wird. Weiter sieht die Initiative vor, dass Baubrachen umgenutzt und Beratungsstellen eingerichtet werden. Zudem soll der Kanton Daten über die Wohnsituation erheben und die Gemeinden unterstützen.

«Typischer Verkäufermarkt»

«Wir haben heute im Kanton Baselland einen typischen Verkäufermarkt», sagte SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer an der Medienkonferenz im Anschluss an die Unterschriften-Übergabe. «Die Vermieter sitzen am längeren Hebel». Die Folge sei, dass die Mittelschicht über die Mieten extrem stark belastet werde.

Kathrin Schweizer, Präsidentin der SP-Landratsfraktion, erwähnte die tiefe Leerstandsquote im Baselbiet; mit 0,3 Prozent sei diese eine der tiefsten in der Schweiz. Für Adil Koller, Co-Präsident der Baselbieter SP, ist die kurze Zeit, in der die Unterschriften gesammelt worden seien, ein Hinweis darauf, dass das Thema der Bevölkerung «unter den Nägeln» brenne. «Das Bedürfnis ist gross», sagte Koller, «dass mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht.»

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