Nationalratswahlen
SP Baselland tritt mit Nussbaumer, Leutenegger Oberholzer, Janiak an

Die Medienkampagne wegen ihrer Zweitwohnung hat SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer intern kaum geschadet: Sie ist mit gutem Resultat für die Wahlen im Herbst nominiert worden. Das beste persönliche Resultat erzielte Eric Nussbaumer.

Hans-Martin Jermann
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Die Kandidierenden der SP Baselland für die Wahlen vom 18. Oktober (v.l.): Martin Rüegg, Kathrin Schweizer, Claude Janiak, Susanne Leutenegger Oberholzer, Miriam Locher, Daniel Münger, Samira Marti und Eric Nussbaumer.

Die Kandidierenden der SP Baselland für die Wahlen vom 18. Oktober (v.l.): Martin Rüegg, Kathrin Schweizer, Claude Janiak, Susanne Leutenegger Oberholzer, Miriam Locher, Daniel Münger, Samira Marti und Eric Nussbaumer.

Nicole Nars-Zimmer

Die Siebnerliste der Baselbieter SP für die Nationalratswahlen vom 18. Oktober steht. An ihrer Delegiertenversammlung in Liestal haben die Genossen am Samstagabend folgende Politikerinnen und Politiker nominiert: Eric Nussbaumer (bisher, 123 Stimmen), Samira Marti (118), Susanne Leutenegger Oberholzer (bisher, 116), Kathrin Schweizer (95), Martin Rüegg (93), Daniel Münger (92) sowie Miriam Locher (86). Als Überzähliger über die Klinge springen musste Christoph Hänggi mit 84 Stimmen.

Super Resultat für Juso

Keine Überraschung stellt das Spitzenresultat des in Frenkendorf wohnhaften Nationalrats Eric Nussbaumer dar. Der profilierte Energiepolitiker politisiert seit 2007 in der Grossen Kammer und ist in der Baselbieter SP eine unbestrittene Leaderfigur. Bemerkenswert ist der zweite Rang der erst 21-jährigen Juso Samira Marti (Ziefen). Ihr Ergebnis lässt sich als klares Bekenntnis zu den Jungen und zum Generationenwechsel innerhalb der kantonalen SP lesen.

Über ein gutes Nominierungsresultat freuen darf sich auch Susanne Leutenegger Oberholzer, die seit 1999 für die SP in Bundesbern politisiert. Die gebürtige Bündnerin hat parteiintern kaum Schaden genommen an den Medienberichten zu ihrer Zweitwohnung in Lenzerheide – im Gegenteil: Viele Genossinnen und Genossen schienen SLO, wie sie in der Partei genannt wird, nach der Kampagne demonstrativ den Rücken zu stärken.

Mit einigen Stimmen Abstand folgen dann Kathrin Schweizer, Fraktionschefin der SP im Landrat und aktuell Kandidatin für den Muttenzer Gemeinderat, der Gelterkinder Landrat und ehemalige Parteipräsident Martin Rüegg sowie der am 8. Februar gescheiterte Regierungskandidat Daniel Münger (Münchenstein). Er hat sich mit der Nomination teilweise rehabilitiert, nachdem er im Zuge der Schlappe der SP bei den Regierungswahlen Kritik wegen seines angeblich lauen Wahlkampfs einstecken musste.

Glücklich über ihre Nomination dürfte zudem die Münchensteiner Landrätin Miriam Locher sein. Die 32-Jährige ist als Aussenseiterin ins Rennen gestiegen, dürfte aber davon profitiert haben, als einzige die Generation der 30- bis 40-Jährigen zu vertreten.

Leimental nicht vertreten

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es Christoph Hänggi. Der Therwiler Landrat, der auch als Vizepräsident der Kantonalpartei amtet, dürfte über die Nicht-Nomination enttäuscht sein. Letztlich ohne Erfolg hat er sich als Vertreter des Leimentals zu positionieren versucht. Das bevölkerungsreiche westliche Baselbiet ist nun auf der SP-Nationalratsliste nicht vertreten, dasselbe gilt für das Laufental. Hingegen darf sich die Münchensteiner Sektion mit Münger und Locher über gleich zwei Nominierte freuen.

Für eine dritte Amtszeit nominiert wurde zudem – und dies per Akklamation – Ständerat Claude Janiak (Binningen). Er wird am 18. Oktober den einzigen Baselbieter Sitz im Stöckli gegen Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser (FDP) verteidigen müssen. Für die Nationalratswahlen beschloss die SP zudem eine Listenverbindung mit den Grünen Baselland sowie eine Unterlistenverbindung mit den Juso.

Zudem wurde der Geschäftsleitung die Kompetenz erteilt, weitere Listenverbindungen abzuschliessen.
Zuvor wählten die Delegierten nach dem Rücktritt von Präsidentin Pia Fankhauser ein Co-Präsidium. Geführt wird die kantonale SP vorerst für ein Jahr Münchensteiner Wirtschafts- und Soziologie-Studenten Adil Koller (21) und von Regula Meschberger (63). Die Juristin und langjährige Landrätin war bereits von 2005 bis 2008 Parteipräsidentin gewesen.