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SP, Grüne und nun auch Juso? Dritter Kirchmayr will in den Landrat

Der Landrat brauche dringend frisches Blut, findet Jungsozialist Jan Kirchmayr. Zum Beispiel seines. Würde der 21-Jährige gewählt, wär er neben Mutter Christine (SP) und Vater Klaus (Grüne) das dritte Familienmitglied im Baselbieter Parlament.

Benjamin Wieland
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Der Teppich liegt da wie bestellt: Jan Kirchmayr. Roland Schmid

Der Teppich liegt da wie bestellt: Jan Kirchmayr. Roland Schmid

Roland Schmid

Jan Kirchmayr kommt es ganz gelegen, dass unter dem Törli ein roter Teppich ausgewalzt ist. «Das ist ein hübsches Rot», sagt er, als er fürs Foto posiert. «Schönstes Juso-Rot.»

Der Teppich hat mit dem Wahlkampf der Juso, Kichmayrs Partei, nicht zu tun – er ist ein Überbleibsel einer Verkaufsaktion des Liestaler Gewerbes. Trotzdem scheint der Weg für den Aescher im Kantonshauptort vorgespurt zu sein.

Er kandidiert am 8. Februar für den Landrat, auf der gemeinsamen Liste von SP und Juso. Würde der 21-Jährige, der an der Universität Basel im 2. Semester Geschichte und Geografie studiert, die Wahl schaffen, wäre er bereits das dritte Mitglied der Familie Kirchmayr im Baselbieter Parlament – neben Vater Klaus (Grüne) und Mutter Christine (SP). Vorausgesetzt, die Eltern schaffen ihre Wiederwahl, woran jedoch kaum jemand ernsthaft zweifeln dürfte.

Ganz am Rand

Trotz seines zarten Alters wirkt Jan Kirchmayr abgeklärt. In seiner Maturaarbeit untersuchte er den Sarah-Jane-Graben, also den Stadt-Land-Gegensatz in der Baselbieter Politlandschaft, und das auf 76 Seiten. Die Frage, welche Rolle die Eltern spielen bei seinem politischen Werdegang, entlockt ihm nur ein müdes Lächeln. «Ich verleugne meine Herkunft nicht. Aber ich vertrete eigenständige Positionen.»

Und in der Tat: Auf der politischen Landkarte sticht Jan Kirchmayr, der gemeinsam mit der Ziefenerin Samira Marti die Juso Baselland präsidiert, hervor. Im Wahlkreis Reinach, der auch Aesch und Pfeffingen umfasst, steht niemand weiter links, im gesamten Kanton ist es ein einziger. Das zeigt die Karte von Smartvote, die Smartmap. Sie verortet alle Kandidierenden, die den Smartvote-Fragebogen ausgefüllt haben, im politischen Feld. «Ich kenne diese Karte nur zu gut», sagt Kirchmayr. «Und es ist klar, dass sie Journalisten gefällt. Aber es war nie mein Ziel, dort zu landen. Das hat sich so ergeben.»

Ausschlaggebend für seinen Entscheid, in die Politik einzusteigen, sei der 28. November 2010 gewesen. Damals nahm das Schweizer Stimmvolk die Initiative «Für die Ausschaffung krimineller Ausländer» an, die sogenannte «Ausschaffungs-Initiative» der SVP. Das habe ihn empört: «Da wusste ich: Ich muss mich engagieren, und zwar in meiner Gemeinde und im Kanton – dort, wo ich etwas verändern kann.» Er, zu jener Zeit noch gar nicht wahlberechtigt, trat in die SP und in die Juso ein, seit Oktober sitzt er in der Gemeindekommission in Aesch. Nun will er seine Generation auch im Kantonsparlament vertreten.

«Der Landrat braucht frisches Blut», sagt Kirchmayr. Und fügt an: «Frisches rotes Blut!»

517 Personen kandidieren bei den Wahlen am 8. Februar neu für den Landrat. Die bz stellt für jeden der zwölf Wahlkreise je eine Person vor, deren Kandidatur ins Auge sticht. Die Porträtierten wurden von der Redaktion ausgewählt.