Petition
SP-Mitglieder in Gelterkinden legten sich ins Zeug: «Für Tempo 30 könnt ihr jetzt schon Vollgas geben»

Eine Petition mit gut 1000 Unterschriften fordert Tempo 30 auf Gelterkinder Gemeindegebiet. Wann und wie dies umgesetzt wird ist offen.

Simon Tschopp
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Gemeindepräsidentin Christine Mangold (rechts) und Gemeindeverwalter Christian Ott (zweiter von rechts) nehmen die Petition von SP-Mitgliedern entgegen.

Gemeindepräsidentin Christine Mangold (rechts) und Gemeindeverwalter Christian Ott (zweiter von rechts) nehmen die Petition von SP-Mitgliedern entgegen.

Simon Tschopp

Mitglieder der SP Gelterkinden und Umgebung haben sich ins Zeug gelegt. Sie sammelten innert sechs Wochen im Dorf über 1000 Unterschriften für ihre Petition «Sicherheit mit Tempo 30 – auch in Gelterkinden». 700 davon stammen von Einwohnerinnen und Einwohnern der 6030-Seelen-Gemeinde.

«Die Petition haben wir bewusst sehr offen formuliert», erklärt Pascal Andres vom Vorstand der SP-Ortpartei. «Sie verlangt, dass der Gemeinderat Schritte in Richtung Einführung Tempo 30 auf Gemeindegebiet wahrnehmen soll.» Die Bittschrift fordert nicht, dass dies für gewisse Strassen, gewisse Quartiere oder für die ganze Gemeinde flächendeckend gelten soll. «Der Gemeinderat soll nun die Möglichkeit haben aufzuzeigen, wo und wie Tempo 30 am sinnvollsten umgesetzt werden kann», sagt Andres weiter. Sie überliessen der Gemeinde Handlungsspielraum, damit diese ein gutes Konzept erarbeiten könne.

Die Petition wurde am Montag übergeben von Vertretern der SP Gelterkinden und Umgebung an Gemeindepräsidentin Christine Mangold und Gemeindeverwalter Christian Ott. Mangold versprach, dass der Gemeinderat das Anliegen seriös prüfen werde und auch eruieren, was möglich sei. Die Gemeindepräsidentin machte den Petenten aber auch klar, dass ein solches Projekt nicht in Schnelle durchgezogen werden könne. «Verkehrsgutachten, Abklärungen, Vorlage an die Gemeindeversammlung – das alles braucht Zeit.»

Schon vor 30 Jahren ein Thema

Darauf konterte Annemarie Spinnler, SP-Mitglied und frühere Landrätin: «Für Tempo 30 könnt ihr jetzt schon Vollgas geben.» Und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Ueli Pfister, der zahlreiche Unterschriften gesammelt hat, erinnert sich, dass Bevölkerungskreise schon vor drei Jahrzehnten in Gelterkinden Tempo 30 gefordert hätten, dies aber schubladisiert worden sei. Sicher ist laut Christine Mangold, dass der Gemeinderat die von derart vielen Personen unterstützte Petition, die für die Behörde keinen binden Charakter hat wie Antrag oder Referendum, nicht einfach ignorieren kann. «So was könnten wir uns nicht leisten.»

Einen Einfluss auf diese Bittschrift hatte bestimmt die letztes Jahr realisierte Begegnungszone mit veränderten Verkehrsströmen wie Durchgangsverkehr durch Quartierstrassen. «In vielen Gemeinden hat sich Tempo 30 als sehr gutes Instrument erwiesen, um die Attraktivität von Wohnquartieren aufzuwerten und die Sicherheit auf Strassen zu verbessern», stellt Pascal Andres fest. Gelterkinden habe bis heute noch keine solche Massnahmen ergriffen.