Tour de Baselbiet
Spanischer Safran für Baselbieter Teigwaren: Das sind die Nudeln aus Böckten

Die Pasta Avanti GmbH aus Böckten scheut für ihre Teigwarenproduktion keinen Aufwand. Egal ob Hummer-Ravioli oder Nudeln aus spanischem Safran: Das Unternehmen der Familie Sutter zeugt von Kreativität und Innovation.

Mélanie Honegger
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Mitarbeiterin Martina Mägerli beim Abpacken der Safrannudeln.
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Remo Sutter präsentiert stolz seine Bärlauchnudeln.
Auch glutenfreie Teigwaren gehören zum Pasta Avanti-Angebot.
Spanischer Safran für Baselbieter Teigwaren
Ein wenig Farbe im sonst ziemlich grauen Betrieb.
Geschäftsführer Remo Sutter zeigt, wie die Ravioli-Füllmaschine funktioniert.

Mitarbeiterin Martina Mägerli beim Abpacken der Safrannudeln.

Mélanie Honegger

Ravioli in Stern- und Tannenbaumform stapeln sich übereinander. Das Lesen ihrer Füllungen gleicht einer wahren Entdeckungsreise: Es gibt sie mit Ratatouille und gibt sie mit Rindfleisch, wieder andere sind mit Kürbis gefüllt - und auch Mozzarella-Ravioli liegen da. Das Sortiment der Pasta Avanti GmbH ist schier endlos. Schnell zeichnet sich ab, womit das Familienunternehmen in Böckten glänzt: Innovation.

Angefangen hat alles vor 16 Jahren, als der Vater des jetzigen Geschäftsführers Remo Sutter mit dem Handel von Teigwarenmaschinen beschäftigt war. «Wir haben dann selbst mit Tüfteln begonnen», erzählt Sutter, «im Keller des Elternhauses richteten wir unsere eigene Produktion ein.»

Kundenwünsche ausprobiert

Mittlerweile hat sich das Unternehmen etabliert und beliefert sowohl die Manor als auch die Küchen von Mövenpick und Radisson mit ihren Teigwaren. Das Erstaunliche daran: Niemand der beteiligten Familienmitglieder hat eine Ausbildung zum Koch absolviert. Sutter selbst ist gelernter Maschinenmechaniker, «aber ich war schon als Kind vom Kochen fasziniert.»

Seine Erfahrung im Umgang mit Maschinen kann der 36-Jährige indes gut gebrauchen. Entspricht eines der aus Italien importierten Geräte nicht exakt seinen Wünschen, baut er es kurzerhand um oder fertigt Umbaupläne an. Genauso flexibel geht das Unternehmen mit Kundenwünschen um. «Wenn uns ein Restaurant-Inhaber oder ein Privatkunde eine Idee gibt, dann probieren wir entsprechende Rezepte aus», erzählt Sutter. Auf diese Art entstanden sind zum Beispiel die Lauch-Crevetten-Ravioli, die sich den Titel der exotischsten Variation wohl mit den Hummer-Ravioli teilen müssen.

Glutenfreie Produktion im Aufbau

Doch Ravioli sind nur ein Teil der Pasta Avanti-Produktion, die in zwei verschiedene Betriebe gespalten ist: Nebst der gewöhnlichen Teigwarenproduktion stellt die Familie Sutter auch glutenfreie Produkte her. «Wir investieren ständig weiter», sagt Sutter; «aber es ist schwierig, weil wir für die glutenfreie Produktion kaum Unterstützung erhalten.»

Für Entmutigung scheint beim Geschäftsführer jedoch kein Platz zu sein. Gut gelaunt läuft er durch die Räumlichkeiten des Betriebs, vorbei an Öfen und Teigwaren-Schneidmaschinen und zurück zum Laden. Dieser ist im Vergleich zur Produktion für Restaurants ein kleiner Teil des Unternehmens.

Schon die ersten Weihnachtsgeschenke

Dennoch verfügt er über seine ganz eigene Wichtigkeit. «Nur hier gibt es das ganze Sortiment», erklärt Sutter, «und es ist schön, wenn wir unsere Kundschaft persönlich sehen.» Diese muss für den Ladenbesuch oftmals einen relativ langen Weg auf sich nehmen. Sutter freut sich, dass die Lage des Pasta Avanti-Shops an der Hauptstrasse von Böckten kein Hindernis darstellt. «Eine Fussgängerzone wäre natürlich attraktiver», gibt er zu.

Mutter Rita Sutter ist derweil damit beschäftigt, Geschenkkörbe abzupacken. «Das sind bereits die ersten Weihnachtsgeschenke», erklärt sie, «die werden oft als Firmengeschenke bestellt.»

Wie ist das eigentlich, als Familie so eng zusammenzuarbeiten? Remo Sutter lacht. Früher sei es schon manchmal schwierig gewesen, als er noch bei den Eltern gewohnt habe. «Mittlerweile funktioniert es gut. Gibt es einmal ein Problem, dann müssen wir das jeweils hierlassen und nicht mit nach Hause nehmen.»

www.pastaavanti.ch

Spanischer Safran für spezielle Anlässe

Mehr als 40 verschiedene Teigwaren-Sorten gibt es im Pasta-Avanti-Shop zu kaufen. Damit die Wahl nicht zur Qual wird, verrät Geschäftsführer Remo Sutter den Dauerrenner unter den Produkten: die Safrannudeln. Mit ihnen verzeichnet das Geschäft den grössten Umsatz. Zwölf Kilogramm Safran importiert der Teigwarenhersteller für die Spezialität jährlich aus Spanien. «In der Schweiz kostet ein Kilo Safran bis zu 4500 Franken», begründet Sutter den Direktimport.

Niedrige Temperaturen

Für die Herstellung der gelben Nudeln wird ein einfacher Teig aus Mehl, Eiern und Salz mit safranangereichertem Wasser gemischt und in einer Teigmaschine auf eine Dicke von 0,9 Millimeter ausgewallt. Danach werden die Teigwaren im Nudelschneider gekürzt und als runde «Nester» über Nacht im Ofen getrocknet. Dabei beträgt die Temperatur bloss 40 bis 60 Grad.

Am besten mit Fischfilet

«Grossindustrien trocknen ihre Teigwaren oft bei 120 Grad. Diese Hitze tötet die Nährwerte ab», erklärt Sutter. Kombiniert werden die Safrannudeln laut dem Geschäftsführer am besten mit einem Fischfilet oder einem Stück Rindfleisch. «Es empfiehlt sich, die Teigwaren selbst pur oder nur mit etwas Olivenöl oder Butter anzureichern», meint Sutter, «so kommt ihr Geschmack gut zur Geltung.» Dass der Preis von 6,80 Franken für 400 Gramm Nudeln nicht unbedingt zum täglichen Konsum einlädt, ist Sutter bewusst.