Weihnachtsgeschäft
Sportgeschäfte verkaufen bis zu 20 Prozent mehr

Dass den Skifahrern und Snowboardern der Geldbeutel wieder etwas lockerer in der Hosentasche sitzt, spüren auch die Sporthändler in der Region. Bei den Sporthändlern läuft es gleich gut oder besser als im Vorjahr.

Fabian Muster
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«Gut bis sehr gut», heisst es in der Verkaufsetage, wenn man sie nach dem Start der Weihnachtsgeschäfte befragt. «Der Schnee war für uns Gold wert», sagt René Visentin von Visam Sport mit Filialen in Birsfelden und Liestal. Fridolin Karrer vom Sportshop Karrer in Laufen pflichtet ihm bei: «Die beiden ersten Samstage nach dem Wintereinbruch Ende November waren völlig verrückt. Gefühlsmässig machen wir mehr Umsatz als letztes Jahr.»

Geschäftsführer Michel Pompanin von Kost Sport AG in der Basler Innenstadt kann den guten Start mit handfesten Zahlen belegen: «Wir machten im Dezember bis anhin 20 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.» Pompanin will dies jedoch nicht nur auf die leichte Konjunkturerholung zurückführen, sondern vor allem auch auf eigene Anstrengungen bei der Vermarktung und beim Sortiment.

Zu früh für Aussagen

Das Sportgeschäft an der Freien Strasse hat dieses Jahr den nach eigenen Angaben grössten Australia Shop in der Schweiz eröffnet mit Lammfellschuhen aus Downunder oder eine «Shoe-fitting-Station» eingerichtet, die eine individuelle Anpassung des Skischuhs an den eigenen Fuss ermöglicht. Auch für den stellvertretenden Filialleiter Nicky Walther von der Sportkette Athleticum mit einer Filiale am Dreispitz in Basel ist es noch zu früh, den guten Start der verbesserten Konsumentenstimmung zuzuschreiben.

Für Walter Kathriner vom gleichnamigen Sportgeschäft in Sissach gehört seine Branche zu den Spätzyklikern. «Wir merken immer erst am Schluss, wenns der Wirtschaft besser oder schlechter geht. Vor zwei Jahren, als die Krise ausgebrochen war, hatten wir noch ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft.»

Schlitten und Bob gefragt

Aufgefallen ist dem Geschäftsinhaber ebenfalls, dass «die Kunden nicht mehr auf Vorrat kaufen, sondern dann, wenn sie die Winterartikel brauchen.» So sei bei ihnen nach dem Schnee bis in die Niederungen Schlitten und Bobs sehr gut gelaufen.

Dies kann auch Nicky Walther vom Athleticum bestätigen. «Bei uns gab es zeitweise sogar Engpässe, wir mussten die Geräte nachbestellen.» Und René Visentin hat den Verkaufsschlager der Region im Sortiment: «Den neuen Skihelm mit Visier verkaufen wir wie warme Weggli. Gewisse Grössen sind bereits ausverkauft.»

Schweizer kaufen im Ausland ein

Das Weihnachtsgeschäft, das bei einzelnen Geschäften bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes ausmacht, ist bei den regionalen Sporthändlern zwar gut angelaufen.

Doch Sorgenfalten bereiten auch ihnen der schwache Euro respektive der starke Franken. «Letztes Jahr hatten wir noch sehr viele Kunden aus Deutschland. Dies ist heuer anders», hat Visentin beobachtet. Selbst im Oberbaselbiet spürt der Sporthändler, dass «die Deutschen und die Elsässer fehlen», wie Kathriner bemerkt.

Der Patron aus Sissach nimmt es jedoch gelassen. «Mit diesen Schwankungen muss man leben.» Dass einzelne Schweizer ihre Fühler ins benachbarte Ausland ausstrecken, ist auch Michel Pompanin nicht entgangen. «Punktuell ist dem so», weiss der Geschäftsführer von Kost Sport, «doch für eine vergleichbare Auswahl, wie wir sie bieten, muss der Kunde schon weit nach Deutschland hinein fahren.» Der Laufner Fridolin Karrer hat ein probates Mittel gegen den Schwund der ausländischen Kundschaft: «Wir gewähren den Kunden das ganze Jahr 20 Prozent Rabatt.»