Sparmassnahmen
Sporttag des Gym Liestal fällt dem Entlastungspaket zum Opfer

Das Gymnasium Liestal ist gezwungen, aufgrund des Entlastungspakets den Sommersporttag zu streichen. Dies entschied die Fachschaft Sport mit einem grossen Mehr. Die Sparmassnahmen werden in Zukunft noch weitere Kürzungen nötig machen.

Oliver Maurer
Drucken
Teilen
Am Liestaler Gymnasium fällt der Sporttag aus. Die Sparmassnahmen des Kantons zwingen die Schulen, erweiterte Angebote zu streichen.

Am Liestaler Gymnasium fällt der Sporttag aus. Die Sparmassnahmen des Kantons zwingen die Schulen, erweiterte Angebote zu streichen.

Die Sparmassnahmen des Entlastungspakets fordern weitere Opfer. Dieses Jahr wird es am Gymnasium Liestal keinen Sommersporttag geben. Diesen Entscheid traf die Fachschaft Sport des Gymnasiums vergangene Woche. Wie sie mitteilte, will sie damit einen «kleinen Beitrag zu den geforderten Entlastungsmöglichkeiten leisten».

Arbeit wird einfach umgelagert

Der Entscheid sei mit grossem Mehr gefallen, berichtet Martin Münch von der Fachschaft Sport. Zuvor habe es jedoch «hitzige Diskussionen» gegeben. Er bedauere es, den Schülern das Angebot zu streichen, man sehe aber «schlicht keine anderen Entlastungsmöglichkeiten» in ihrem Fachbereich. Auch mit dem Wegfall des Sporttags sei das Einsparsoll aber noch nicht erreicht, wie Münch betont. «Wir haben nun etwa die Hälfte der 80 geforderten Stunden pro Lehrperson.»

Ich bedaure den Schritt der Fachschaft Sport ausserordentlich», sagt der Liestaler Gym-Rektor Thomas Rätz. Der Sporttag sei für jede Schule eine wichtige Veranstaltung, die einen wesentlichen Einfluss auf das gute Schulklima habe. Wenn dieser nun wegfällt, müsse Arbeit im gleichen Umfang geleistet werden, falls Regelunterricht stattfindet.

«Es wird also nur Arbeit umgelagert», sagt Rätz. Trotz allem habe er aber ein gewisses Verständnis für die Massnahme der Sportlehrer, widerspiegelt sie doch die Ratlosigkeit, die an vielen Schulen herrsche.

Einfluss auf den Entscheid hat er keinen gehabt, denn der Sporttag falle unter die Kategorie Thementag und würde jedes Jahr von den Sportlehrern beantragt.

Auch der grüne Landrat und Lehrer Jürg Wiedemann ist besorgt: «Ich hoffe, den Schulen gelingt es, Massnahmen zu finden, bei welchen der Bildungsabbau so gering wie möglich ist.» Den Entscheid der Liestaler Sportlehrer bedauert er, habe aber Verständnis dafür. Den Schulen bleibe eben nichts anderes übrig.

Kontrolle geht verloren

«Das ist eine ungute Situation, denn das Amt für Volksschulen (AVS) kann nicht überprüfen, wo gespart wird», sagt Wiedemann. Da die Schulen alle Massnahmen teilautonom regeln würden, verliere das AVS die Kontrolle, wo gespart wird. «Diese Teilautonomie ist wichtig», sagt Ernst Schürch, Präsident der Amtlichen Kantonalkonferenz der Baselbieter Lehrerschaft.

Da die Schulen viele verschiedene Traditionen und Anlässe haben, würde man bei einheitlichen Sparmassnahmen nie einen gemeinsamen Nenner finden. Eine Schule könne schliesslich nicht etwas streichen, was sie überhaupt nicht eingeführt hat.

Die Sparmassnahmen wirken sich nicht direkt auf den Stundenplan aus, aber auf die erweiterten Angebote. «Eine Massnahme, die mir bekannt ist, sind Kürzungen in den Elterngesprächen. So werden diese von 60 Minuten auf 20 oder 30 Minuten gekürzt», erzählt Wiedemann.

Schürch führt weiter aus: Es sei ein riesiges Dilemma, denn die Schulen müssten Angebote wegsparen, welche ausserhalb des Schulzimmers stattfinden und pädagogisch sehr wertvoll sind.

Aktuelle Nachrichten