Grossprojekt
Standort für Freizeitpark mit Windkanal gesucht

Sich in einem Windkanal wie ein Fallschirmspringer fühlen: In der Region Basel könnte bald ein riesiger Indoor-Freizeitpark für Trendsportarten entstehen. Dabei hat es das Management auch auf internationale Kundschaft abgesehen.

Fabio Halbeisen
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Noch steht dieser Windkanal in Rümlang in der Nähe von Zürich – bald jedoch könnte er nach Basel kommen.

Noch steht dieser Windkanal in Rümlang in der Nähe von Zürich – bald jedoch könnte er nach Basel kommen.

Das ist zumindest das Ziel der FunAct AG in Laufen. Der Ursprung dieser Idee liegt in Zürich: Die Firma Bodyflying betreibt in Rümlang eine Anlage für Fallschirmspringer sowie Freizeitsportler. In einem vertikalen Windkanal wird über eine Turbine ein Luftstrom erzeugt mit Windgeschwindigkeiten von rund 220 Stundenkilometern.

Es ist die einzige Anlage in der Schweiz. «Die Nachfrage für diese Trendsportart ist sehr gross und zieht auch international viel Kundschaft an», erzählt Reiner Wildi, Inhaber der FunAct AG.

Die Anlage geht jedoch 2014 zu, der Mietvertrag wird nicht verlängert. Die FunAct AG, Partnerin von Bodyflying Rümlang, bemüht sich, die Anlage nach Basel zu holen. «Mit der Nähe zu Frankreich und Deutschland, wo Fallschirmspringen sehr beliebt ist, und dem nahen, europaweit gut vernetzten Flughafen wäre der Raum Basel der ideale Standort.»

Abwärme in Zukunft nutzen

Der Windkanal ist jedoch eine energieintensive Anlage, welche viel Wärme abgibt. Um dem ökologischen Gedanken gerecht zu werden, wird bei einem Neubau darauf geachtet, dass die Abwärme in Zukunft genutzt wird. Dem Windkanal sollen daher zusätzliche Sportanlagen angeschlossen werden, welche die Abwärme synergetisch nutzen können. Beispielsweise, um ein Tauchbassin zu heizen. «Dank der Abwärme des Windkanals würden die hohen Energiekosten zum Heizen des Schwimmbeckens praktisch entfallen», erklärt Wildi. Doch nicht nur die Heizung, sondern auch Strom, sanitäre Anlagen, Umkleideräume sowie ein Restaurant sollen geteilt werden. Geplant sind bisher neben dem Windkanal eine Surfanlage mit stehender Welle und ein Tauchturm.

Aesch als möglicher Standort

Weitere Anlagen wie die von der IG Velodrom projektierte Radsporthalle in Aesch (siehe oben) oder das kontrovers diskutierte 50-Meter-Hallenbad in Reinach würden sich als Partner anbieten. Die IG Velodrom und BaselArea haben mit der FunAct AG bereits Vorgespräche geführt. «Eine grosse zu beheizende Halle wie der Radrundkurs könnte ein idealer Partner sein. Auch ein Hallenbad brächte ideale Synergien», meint Wildi. «Ziel ist es, einen Partner zu finden, mit welchem Synergien optimal genutzt werden können.»

Wie gross das neue Trendsportzentrum werden soll und wie viel es letztlich kosten wird, hängt vom weiteren Verlauf der Verhandlungen ab. Der Platzbedarf wird aber in jedem Fall enorm sein. Wildi will mögliche Standortgemeinden mit der Aussicht auf einen Anziehungspunkt von überregionaler Bedeutung locken.