Wasserwirbelkraftwerk
Standorte der drei neuen Birs-Kraftwerke sind bekannt

Die geplanten Standorte von drei Wasserwirbelkraftwerken an der Birs zwischen Laufen und Dornach stehen fest. Die maximalen Kosten betragen je nach Standort zwischen 1,5 und 2,1 Millionen Franken.

Andreas Maurer
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Dittingen, Duggingen und Dornach: Hier plant eine EBM-Tochterfirma Wasserwirbelkraftwerke.

Dittingen, Duggingen und Dornach: Hier plant eine EBM-Tochterfirma Wasserwirbelkraftwerke.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Für neue traditionelle Wasserkraftwerke ist an der Birs kein Platz mehr vorhanden. Die geeigneten Stellen sind bereits verbaut oder verplant. Deshalb setzt die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) auf einen neuen Kraftwerkstyp: auf Wasserwirbelkraftwerke. Ein Teil des Flusswassers wird in ein rundes Becken geleitet, wodurch ein Wirbel entsteht, der einen Rotor antreibt. Es sind Minikraftwerke: Die Stromproduktion ist bescheiden, aus Sicht der Promotoren aber rentabel und umweltfreundlich, da die Wirbelkraftwerke bei Schwellen errichtet werden.

Für den Bau und Betrieb von Wasserwirbelkraftwerken hat die EBM im Mai eine weitere Tochterfirma gegründet: die Wasserwirbel Natur und Energie AG. Diese Woche hat sich der Verwaltungsrat konstituiert. Er besteht aus den drei EBM-Kadermännern Thomas Wälchli, Dominik Baier und Meinrad Schmidlin sowie den zwei Vertretern der Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz Adrian Matter und Markus Flury. Da sich die Planung in einem frühen Stadium befindet, hat die Firma die konkreten Standorte bisher geheim gehalten. Im April berichtete die «Schweiz am Sonntag» über das Vorhaben.

Kosten von 1,5 bis 2,1 Millionen Franken

Jetzt zeigen Recherchen, bei welchen Birs-Schwellen die Kraftwerke geplant sind: unterhalb von Laufen beim Dittinger Rank, in Duggingen auf der Höhe der Firma Haeusler und auf der Grenze zwischen Aesch und Dornach beim Sportcenter Tennis an der Birs. Die maximalen Kosten betragen je nach Standort zwischen 1,5 und 2,1 Millionen Franken. Die jährliche Stromproduktion: 730 000 bis 1 320 000 Kilowattstunden. Das entspricht dem Verbrauch von rund 500 Haushalten. Geld verdienen könne man je nach Kraftwerk nach 11 bis 14 Jahren, heisst es auf Prospekten für potenzielle Investoren.

Die Basler Regierung zweifelt diese Zahlen an. In einem diese Woche veröffentlichten Bericht kommt sie zu einem vernichtenden Fazit: «Der Gesamteindruck des ersten Schweizer Wasserwirbelkraftwerkes ist aus energetischer und ökologischer Sicht als ungenügend zu bezeichnen.» Die Regierung stützt sich auf eine 2011 veröffentlichte Studie, die das Bundesamt für Energie (BFE) in Auftrag gab. Die Kommunikationschefin des BFE, Marianne Zünd, widerspricht jedoch zentralen Aussagen der Studie: «Wasserwirbelkraftwerke ermöglichen auf elegante Weise, ohne grosse bauliche und landschaftliche Eingriffe, eine Energieernte, die sich durchaus lohnt.» Deshalb habe die Pilotanlage in Schöftland AG 2011 vom BFE den Energiepreis Watt d’Or erhalten.

Daniel Styger, Präsident der Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz, wirft der Basler Regierung vor, sich auf veraltete Zahlen zu stützen, da die Technik inzwischen weiterentwickelt worden sei.

Nicht involviert in den Basler Bericht waren offenbar die Industriellen Werke Basel. Diese planen ein Wasserwirbelkraftwerk an der Wiese in Riehen beim Stauwehr «Schliessi». Dort gilt wegen der Grundwasserschutzzone ein generelles Bauverbot. Ausnahmen seien wenig wahrscheinlich, schreibt die Regierung. IWB-Sprecher Erik Rummer: «Wir schauen uns den Bericht an und schauen dann, was das für unser Projekt bedeutet.» Die Kraftwerke in Duggingen und Dornach sind ebenfalls in Grundwasserschutzzonen geplant.

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