H2-Tunnel
Statt stinkende Autos gibt es eine zwei Kilometer lange Grünschneise

Vier Jahre dauert es noch, bis der H2-Tunnel in Füllinsdorf eröffnet wird. Wo jetzt Tonnen von Beton verbaut werden, wird ab 2015 eine grüne Lunge entstehen. Der bz liegen Pläne vor, wie der Geländestreifen umgestaltet werden soll.

Boris Burkhardt
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Die Planung der Grünschneise auf der Höhe Mühlerainstrasse (links) und Halbanschluss Füllinsdorf Süd (rechts).

Die Planung der Grünschneise auf der Höhe Mühlerainstrasse (links) und Halbanschluss Füllinsdorf Süd (rechts).

bz Basellandschaftliche Zeitung

Von einem «Park» will Rudolf Büchler nicht sprechen. «Von einem Park erwartet man Rasenflächen», sagt der Projektleiter der H2. «Aber um 70000 Quadratmeter zu mähen, müssten wir ständig vier Leute beschäftigen.»

Büchler bevorzugt die Bezeichnung «Erholungsareal» für die 2,2 Kilometer lange Grünschneise, die über dem H2-Tunnel entstehen wird. Fast 150000 Quadratmeter umfasst der Grünperimeter zwischen Swisscom und Wölferstrasse, von denen der Grossteil als Wiese (48 Prozent) und Hecken (23 Prozent) gestaltet werden wird. Durchzogen wird die Grünschneise auf der ganzen Länge von einem Fussgänger- und Veloweg.

«Noch viel Arbeit vor uns»

Obwohl die Renaturierung der H2-Schneise frühestens 2015 verwirklicht wird, sei die Planung schon sehr weit fortgeschritten: «Wir sind sehr gut unterwegs. Wir befassen uns jetzt schon mit den Bäumen, obwohl diese erst in vier Jahren gepflanzt werden», lacht Büchler. Der Projektleiter weiss aber, «dass wir noch viel Arbeit vor uns haben».

2008 begann der Planungsprozess, bei dem von Anfang an die betroffenen Gemeinden Füllinsdorf und Frenkendorf einbezogen wurden. Ein Jahr habe der Prozess der Meinungsbildung gedauert, «um alle zusammenzubringen». Diese Form der frühen Kooperation habe sich allerdings «hervorragend bewährt». Der Kanton habe nicht nur einen Vorschlag zur Vernehmlassung unterbreitet, sondern die Gemeinden gleich zu Anfang gefragt, was sie sich wünschten und vorstellten.

Gewinn für Einwohner und Gäste

Dem stimmt Füllinsdorfs Gemeindepräsident Fritz Hartmann zu: «Das war sehr zuvorkommend vom Kanton.» Die Grünschneise ist für ihn im Grossen und Ganzen eine Wiederherstellung des Zustands vor dem Tunnelbau; wichtig für die Entwicklung der Gemeinde sei ihm vor allem der Rückbau der Rheinstrasse, für den allerdings noch keine Detailplanungen vorliegen.

Dennoch sieht Hartmann auch in der Grünschneise einen Gewinn für Einwohner und Gäste: Die kantonale Radroute werde durch die Grünschneise führen, und die Wohnqualität der Nachbarschaft aufgewertet. Auch Rolf Schweizer, Gemeindepräsident der Schwestergemeinde Frenkendorf, freut sich darauf, dass die Fläche «naturnaher gestaltet wird als vorher». Als künstliche Trennung der zusammengewachsenen Dörfer empfinden die beiden Amtskollegen die Grünschneise nicht. Zusätzliche Querungen für Fussgänger und Velofahrer werden Frenken- und Füllinsdorf vielmehr noch enger miteinander verbinden.

Während der Grobplanung 2008 legten Kanton und Gemeinden zusammen mit Landschaftsarchitekten unter anderem den Verlauf des Wegesystems fest. Heute beschäftigen sich Büchler und sein Team mit der Detailplanung: «Momentan erstellen wir ein Unterhaltskonzept. Wir müssen klären, wer für was zuständig ist.» So sei beispielsweise ein Grillplatz toll für die Nutzer, müsse nachher aber auch geputzt werden. Büchler zerbricht sich vor allem über die Hunde den Kopf: «Wenn sie herumlaufen, stören sie keinen. Aber wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir mit ihren Hinterlassenschaften umgehen.»

Modell zum Anschauen

Für den Tag der Offenen Baustelle am 24. und 25.September bereitet das Tiefbauamt ein ungefähr fünf Meter langes topografisches Modell der Grünschneise vor. Das Modell werde zwar noch nicht «definitiv» sein, sagt Projektleiter Büchler. «Es zeigt aber, was möglich ist.»