Laufen
Sturm gegen die geplante Birsbrücke

Gegen die geplante Birsbrücke sind zwei Petitionen eingereicht worden. Die Petitionäre fürchten, die Lärm- und Verkehrszunahme würde die Wohnqualität massiv verschlechtern.

Jürg Jeanloz
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Plan der neuen Birsbrücke.

Plan der neuen Birsbrücke.

Die Anwohner rund um den Bahnhof Laufen sind in Aufruhr. 68 Anwohnerinnen und Anwohner der Delsbergerstrasse protestieren gegen den Mehrverkehr (siehe Infobox), der die Vorstadt unverhältnismässig belasten würde. «Wir können den Stadtrat von Laufen nicht verstehen», erklärt René Zuber, Stiftungsrat der Hans-Schaltenbrand-Stiftung und Initiant der Petition. Pro Senectute plane in Zusammenarbeit mit der Stiftung an der Delsbergerstrasse 52 zehn kleinere Alterswohnungen.

Westlich der Delsbergerstrasse wurde kürzlich eine Baulandumlegung durchgeführt, welche in den nächsten Jahren eine weitere Bautätigkeit auslösen dürfte. Zudem entstehen beim Altersheim 80 neue Wohnungen. Das vermehrte Fussgängeraufkommen ist beim unübersichtlichen Fussgängerstreifen zur Bahnhofpasserelle problematisch. «Die Fertigstellung der Autobahn Biel– Porrentruy bringt ebenfalls Mehrverkehr», sagt Garagist Peter Zbinden.

Friedrich Hof, Mitunterzeichner der Petition und Bürger von Laufen-Vorstadt erinnert daran, dass die Vorstadt im Kernzonengebiet liege, als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft und deshalb zu schützen sei. Die Gestaltung der Dächer, Fassaden und Werbeanschriften sei streng reglementiert, und ausgerechnet durch diesen Ortsteil wollen Stadt und Kanton den ohnehin schon unerträglichen Verkehr um 65 Prozent erhöhen. Hinter dem «Ochsen» sei ein Geschäftshaus mit 70 unterirdischen Parkplätzen geplant, dessen Besucher über den Vorstadtkreisel fahren.

86 Unterschriften

Unter der Federführung der Anwohner Beat Gerber, Charles Imark und Juliana Nufer wurde im Namen der IG Wahlenstrasse Laufen eine zweite Petition mit 86 Unterschriften eingereicht, die sich gegen die geplante Hauptverkehrsachse durch die Wahlenstrasse richtet. Diese Strasse dürfe nicht als neu erstellter Zubringer via Stangimatt von und nach Breitenbach missbraucht werden, monieren die Bitsteller. Sie wollen auch nicht, dass die Verbindung Stangimatt ins Industriegebiet realisiert wird, bevor die Umfahrung Zwingen–Laufen beschlossen und gebaut wurde. Die Lärm- und Verkehrszunahme würde die Wohnqualität an der Wahlenstrasse massiv verschlechtern.

Architekt Giuseppe Gerster schlägt in einem Brief an die Bau- und Planungskommission vor, als Sofortmassnahme um das Coop-Gebäude den Einbahnverkehr einzurichten, indem Richtung Zwingen auf der Bahnhofstrasse und Richtung Breitenbach auf der Hohlgasse gefahren würde. Als Alternative für die Birsbrücke kann sich Gerster einen Tunnel von der Breitenbachstrasse unter dem Schienentrassee der SBB Richtung Naustrasse vorstellen, der den Bahnhofverkehr massiv entlasten würde.

Die Petenten erwarten, dass die Planer nochmals über die Bücher gehen und weitere Varianten prüfen. «Wir hoffen, dass auch die Laufentaler Landräte uns unterstützen», meint Nufer. Sie sei nicht gegen die Umfahrung Zwingen–Laufen, aber der Zubringer nach Laufen solle richtig geplant werden.