Fast Food
Subways zweiter Versuch in der Schweiz

Bis zu sieben neue Lokale plant die amerikanische Sandwich-Kette Subway in der Region – und fordert damit McDonald’s heraus.

Benjamin Wieland
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Anfang März eröffnete die jüngste Subway-Filiale der Region am Basler Bahnhof SBB. Der Konzern hat Hunger auf mehr.

Anfang März eröffnete die jüngste Subway-Filiale der Region am Basler Bahnhof SBB. Der Konzern hat Hunger auf mehr.

zvg

Die Farbe ist kaum getrocknet an den Wänden des jüngsten «Subway» am Bahnhof SBB, die Neonröhren strahlen noch mit voller Kraft – da plant die Fast-Food-Kette schon ein halbes Dutzend weiterer Schnell-Restaurants in der Region. Hat die Expansion Erfolg, so zählt das Unternehmen in der Nordwestschweiz bald zwölf Lokale, heute sind es fünf. Damit käme Subway Platzhirsch McDonald’s gefährlich nah.

Noch ist das Unternehmen mit dem grossen gelben «M» im Logo unangefochtener Marktführer in der Region. 13 Restaurants betreibt McDonald’s in den beiden Basel, eines steht in Kaiseraugst, ein weiteres, ein Drive-in, ist in Pratteln im Bau. Doch für dieses Wachstum nahm sich der Konzern fast vier Jahrzehnte Zeit: 1979 öffnete die Filiale am Barfüsserplatz. Es war die erste in der Deutschschweiz.

Subway hingegen liess sich erst 2007 hierzulande nieder; in Basel eröffneten die US-Amerikaner ihre erste Sandwich-Theke im September 2009. Neben dieser Filiale im Stücki-Einkaufscenter und der neu eröffneten am Centralbahn-Platz im Gebäude der UBS hat es je eine am Fischmarkt, im St. Jakob-Park sowie in Oberwil.

Ballungszentren und Bahnhöfe

Das Potenzial für weitere Standorte in der Region sei vorhanden, ist das Unternehmen überzeugt. «Die Schweizer haben richtig Hunger auf Subway-Sandwiches», zeigt sich die Medienstelle in typischem PR-Slang optimistisch. «Optimale Rahmenbedingungen» für weitere Lokale böten Muttenz, Pratteln, Reinach und Aesch, ebenso die «Ballungszentren in und um Arlesheim, Laufen und Liestal».

Man sei «aktiv auf der Suche nach neuen Franchise-Partnern und Immobilien». Diese Partner müssen jedoch etwas Kleingeld beisteuern, um ein eigenes Lokal eröffnen zu können. «Ein Store kann mit vergleichsweise geringen Investitionen ab 200 000 Franken (...) realisiert werden», wirbt Subway. Bei der Fläche sei man äusserst flexibel. So seien Lokale zwischen 15 und 250 Quadratmetern möglich, wobei es sich bei der Minimal-Variante wohl eher um eine grössere Verkaufstheke handeln dürfte.

In Liestal wird als künftiger Subway-Standort das ehemalige Geschäft von PKZ an der Rathausstrasse gehandelt – das Lokal steht derzeit leer. Subway dementiert dies nicht, schreibt jedoch, in Liestal sei wie in Laufen eher der Bahnhof «vielversprechend»: Dort kämen viele Pendler und Schüler vorbei. Weitere Bedingungen, die ein Standort erfüllen muss: gute Sicht- und Erreichbarkeit, hohe allgemeine Kundenfrequenz. Dann soll er auch die Kundengruppe ansprechen.

Praktisch, wenn man kein Geld dabei hat: Gleich neben der Sandwich-Theke stehen weiterhin die Bank-Schalter der UBS.

Praktisch, wenn man kein Geld dabei hat: Gleich neben der Sandwich-Theke stehen weiterhin die Bank-Schalter der UBS.

Martin Töngi
Die Filiale am Bahnhof SBB ist die fünfte in der Region.

Die Filiale am Bahnhof SBB ist die fünfte in der Region.

zvg

Weniger zuversichtlich stimmt, dass Subway bereits einmal gescheitert ist mit der Expansion in der Schweiz. Die in den 1990er-Jahren eröffneten Restaurants gingen bald wieder zu. Den Optimismus teilt aber nicht nur Subway. Auch «Kentucky Fried Chicken» (KFC) will in der Schweiz «in den nächsten ein bis zwei Jahren» die ersten KFC-Lokale eröffnen, verriet der KFC-Expansionschef Deutschland dem «Blick». Und wie Subway hat sich auch Kentucky Fried Chicken (Spezialität: frittiertes Poulet in grossen Bechern) schon einmal wieder aus der Schweiz verabschiedet: 2004 wurden beide Lokale in der Romandie dichtgemacht. Im selben Jahr schloss auch «Pizza Hut» seine letzten sechs Lokale zwischen Genf und St. Gallen – und damit auch das Restaurant in der Steinenvorstadt.

Umgekehrt erfreut sich der «Dunkin’ Donuts» in der Greifengasse im Kleinbasel seit seiner Eröffnung am 2. März grosser Beliebtheit. Auch «Burger King» – ein weiterer Schweiz-Rückkehrer – scheint sich hier beim zweiten Anlauf wohlzufühlen: Derzeit gibt es in Basel zwei Filialen sowie eine in Pratteln auf der Shopping-Brücke über der Autobahn 2.

Essen neben Bancomaten

Dass die Expansion von Subway durchaus von Erfolg gekrönt sein könnte, glaubt Veronika Bellone. Die Professorin für Marketing an der Fachhochschule Nordwestschweiz forscht in diesem Gebiet und betreibt eine Franchise-Beratung. Fast Food sei «nach wie vor gefragt, insbesondere bei der jungen Generation».

Gerade Subway täte sich in der Markt-Durchdringung mit hoher Anpassungsfähigkeit hervor, hat Bellone festgestellt. So habe der Konzern verschiedenste Betriebstypen entwickelt, vom Freestander-Restaurant über Drive-ins bis hin zu Satelliten-Konzepten als Shop-in-Shop-Version. Diese stehen in Einkaufszentren, aber auch in Universitäten und Krankenhäusern.

Ein Shop-in-Shop ist auch der Subway am Bahnhof SBB. Neben den Sitzbänken stehen, an derselben Stelle wie zuvor, Bancomaten der UBS.