Oberwil
SVP fordert FDP mit Shooting-Star heraus

Indre Steinemann (SVP) und Karl Schenk (FDP) kämpfen um den vakanten Sitz im Gemeinderat von Oberwil. Die SVP-Herausfordererin setzt sich bereits jetzt für Sicherheit in den Quartierstrassen ein. Der FDP-Mann sieht sich als natürlicher Nachfolger.

Michel Ecklin
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Indre Steinemann will Oberwiler Gemeinderätin werden

Indre Steinemann will Oberwiler Gemeinderätin werden

Martin Töngi

Seit 15 Jahren ist Karl Schenk in der Gemeindekommission, vier davon als Präsident. Lange Zeit sass er in der Geschäftsprüfungskommission, er äusserte sich an Gemeindeversammlungen regelmässig zu komplexen Sachfragen. Und als Präsident der Sportschützen ist der 53-Jährige im Oberwiler Vereinsleben verankert. Da ist es nicht überraschend, dass seine Partei, die FDP, ihn für die Gemeinderatswahlen nominiert hat. Er soll Max Furrer ersetzen, den einzigen Bisherigen, der nicht mehr antritt. «Man kann mich als seinen natürlichen Nachfolger sehen», sagt Schenk. Er bringe viel Erfahrung mit und würde im Gemeinderat keine lange Einarbeitung brauchen. Und er habe bereits kollegial mit dem bisherigen Gemeinderat gearbeitet, «ich bin ein sachlicher und nüchterner Mensch.»

Zankapfel Quartierstrassen

Das Thema, das die Oberwiler Gemüter bewegt, ist aber emotional: Der Verkehr auf Quartierstrassen. Federführend ist dabei Indre Steinemann, 35-jährige Juristin und Mitglied der Rechnungsprüfungskommission. An der Gemeindeversammlung verlangte sie eine Volksabstimmung über den Beschluss des Gemeinderates, manche Zubringerdienst-Schilder zu entfernen. Der Gemeinderat sieht sich aber als allein zuständig für die Verkehrsbeschilderung. Gegen die entsprechende Verfügung gedenkt Steinemann, Einsprache zu erheben.

Das Pikante daran: Steinemann kandidiert für den Gemeinderat. Für die SVP möchte sie einen zweiten Sitz ergattern. Missbraucht sie das Thema Zubringerverkehr, um im Wahlkampf Bekanntheit zu schaffen? Sie bestreitet dies. «Mich beschäftigte der Verkehr, bevor mich die SVP nominierte», sagt sie. «Aber es ist kurz vor den Wahlen schwierig zu erklären, dass es mir nur um die Sache geht.»

«Wichtigere Themen»

Als Gemeinderätin werde sie sich weiterhin für ruhige Quartierstrassen einsetzen, verspricht sie. Es gebe aber Themen, die ihr fast wichtiger seien. So brauche es angesichts der steigenden Ausgaben mehr denn je Ausgabendisziplin. Und der Gemeinderat solle besser kommunizieren, «transparenter und möglichst vor definitiven Entscheiden».

Schenk räumt ein, Steinemann habe mit dem Zubringerdienst «eine gewisse Stimmung in der Bevölkerung aufgegriffen». Für ihn ist aber klar: «In einem Jahr interessiert sich niemand mehr für einzelne Schilder.» Als wichtigste Themen der kommenden Legislatur sieht er die Aufgabenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden «und immer wieder die Frage, was wir uns leisten wollen und was es kosten soll». Und vor allem könne man hoffentlich bald den Richtplan umsetzen. Dieser sei «eine umfassende Klammer», die die gesamte Entwicklung Oberwils regle. Dabei werde man auch Verkehrsfragen umfassend lösen müssen.

Bisher erschienen: 14.2. Wahlkampf um ein paar Hecken (Aesch); «Majorz kommt uns entgegen» (Arlesheim). - 16.2. Rezepte für den Informationsfrieden (Birsfelden); «Ich kritisiere keine Personen» (Bottmingen). - 18.2. SVP und FDP pragmatisch (Frenkendorf); «Ich weiss, wie Füllinsdorf tickt.». - 21.2. Die einen suchen, die anderen finden (Nenzlingen/Hölstein); Fast alles bleibt beim Alten (Bubendorf/Reigoldswil). - 23.2. SVP und BDP machen Druck (Laufen); «Proporz finde ich gerechter» (Wahlsysteme). - 25.2. «Ich bin Verfechter des Milizsystems» (Münchenstein); Muttenzer FDP greift Linke an.