Gesamterneuerungswahlen
SVP-Präsident Kämpfer: «An seiner Stelle wäre ich sofort zurückgetreten»

Die Baselbieter Honorar-Affäre hat am Image von Urs Wüthrich gekratzt. Die SP Liestal betitelte Regierungsrat Urs Wüthrich sogar als unwählbar. Nun vermeldet Wüthrich, dass er 2015 nicht mehr an den Gesamterneuerungswahlen antreten wird.

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Urs Wüthrich tritt nicht mehr zur Wahl an. (Bild: Archiv)

Urs Wüthrich tritt nicht mehr zur Wahl an. (Bild: Archiv)

Keystone

2015 ist Schluss. Bis dahin führt der Baselbieter Regierungsrat Urs Wüthrich noch die Bildungs-, Kultur und Sportdirektion. In einem Schreiben bekräftigte er am Mittwoch, seine Aufgaben und seine Verantwortung als Regierungsrat und Bildungsdirektor bis zum Abschluss der laufenden Amtsperiode wahrzunehmen. SVP-Präsident Oskar Kämpfer sagt zu Wüthrichs Entscheid: „An seiner Stelle wäre ich sofort zurückgetreten. Somit entzieht er sich der moralischen Verantwortung in der Spesenaffäre."

Gleichzeitig bestätigt Wüthrich den Entscheid, auf eine erneute Kandidatur bei den Gesamterneuerungswahlen 2015 zu verzichten. Dies sei aber bereits im letzten Herbst mit der Parteileitung so abgesprochen gewesen.

Die öffentliche Klarstellung diene dazu, dass «die SP Baselland frühzeitig die Planung und Vorbereitung der Regierungswahlen 2015 an die Hand nehmen kann».

SP-Präsidentin Pia Fankhauser sieht die Entscheidung von Urs Wüthrich ein wenig milder: „Ich würde es begrüssen, wenn er uns in der einen oder in der anderen Funktion zur Verfügung stehen würde." Fankhauser hält den Reputationsschaden nach der Honoraraffäre denn auch nicht für zu gross, dass einer Ständeratskandidatur Wüthrichs etwas im Weg stehen würde: „Wüthrich war schliesslich derjenige, der als Regierungspräsident in dieser Sache die Offenheit suchte." (zam/lsi)