Wahlen 2019
SVP-Präsident kritisiert Parteikollegen, die Christoph Buser unterstützen

Die von der Partei völlig abgekapselte Wahl-Kampagne Christoph Busers sorgt nicht nur innerhalb des Baselbieter Freisinns für Irritation. Wenige Tage vor den Nationalratswahlen steigt die Nervosität auch beim Listenpartner SVP.

Michael Nittnaus
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Der Baselbieter SVP-Präsident Dominik Straumann steht nicht hinter Christoph Buser. (Archivbild)

Der Baselbieter SVP-Präsident Dominik Straumann steht nicht hinter Christoph Buser. (Archivbild)

Kenneth Nars

Jede Stimme zählt. Nur so lässt sich erklären, weshalb im Schlussspurt plötzlich das Unterstützungs-Komitee von Wirtschaftskammer-Direktor Buser in den Fokus gerät.

Dort finden sich sieben bekannte SVP-Mitglieder: die amtierenden Landräte Markus Meier, Matthias Ritter und Markus Graf, dazu die ehemaligen Landräte Christoph Häring, Hansruedi Wirz sowie Oskar Kämpfer, der bis April noch SVP-Präsident war. Ausserdem sitzt Wika-Präsident Andreas Schneider im Komitee. Auch wenn die Unterstützung – ausser bei Graf und Kämpfer – in Zusammenhang mit den individuellen Verbindungen zur Wirtschaftskammer stehen dürfte, hält Dominik Straumann, der Kämpfer als Parteipräsident beerbte, gegenüber der bz fest: «Natürlich ist es nicht verboten, doch wahltaktisch ist es sehr, sehr ungeschickt und befremdend.» Dies, weil bei Proporzwahlen die eigene Partei Stimmen verliert, wenn Wähler Kandidaten einer anderen Partei auf die Stammliste schreiben, also panaschieren.

Kämpfer will, dass Buser für Schneeberger nachrückt

Der konkrete Vorwurf: Durch ihren Einsitz in Busers Komitee rufen die SVP-Politiker indirekt dazu auf, Busers Name auf die SVP-Liste zu setzen und maximal zwei der sieben SVP-Kandidaten zu streichen. «Innerhalb unserer Partei wird das Thema kontrovers diskutiert», so Straumann. Einige fänden es ein No-go, andere würden es eher als legitime Unterstützung des bevorzugten Kandidaten des Listenpartners sehen. Straumann selbst stört vor allem, wer aktiv in den Sozialen Medien für Buser wirbt. Dies trifft in erster Linie auf Wika-Vizepräsident Hansruedi Wirz zu, der auf Instagram Busers Wahlplakate postet. «Das müssen wir im Nachgang sicher diskutieren», sagt Straumann.

Dessen Vorgänger hält gar nichts von dieser Kritik: «Wer sich daran stört, erkennt die grösseren strategischen Linien nicht», sagt Kämpfer. Im Frühling habe die SVP beschlossen, die Ständeratskandidatur von Daniela Schneeberger zu unterstützen. «Daher haben wir ein vitales Interesse daran, welcher Freisinnige im Falle einer Wahl Schneebergers in den Nationalrat nachrückt.» Und Buser sei als KMU-Vertreter aus SVP-Sicht die beste Wahl. Ausserdem betont Kämpfer: «Dass ich im Komitee sitze, bedeutet nicht, dass ich Christoph Buser auch wähle.»

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