Wahlen 2011
SVP und SP geraten wegen Wahlplakaten aneinander

Politposse im Baselbieter Wahlkampf: Die SP hat eine deutsche Plakatierfirma engagiert. Die SVP nutzt dies, um den Linken eins auszuwischen. Die FDP findet die Kritik scheinheilig

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Stein des SVP-Anstosses; SP-Plakat

Stein des SVP-Anstosses; SP-Plakat

Screeshot Tele Basel

Eine deutsche Firma aus Ötelfingen hängt dieser Tage SP-Plakate im Baselbiet auf. Dabei werden die Plakatieret fotografiert. Es ist nicht etwa die SP, die hier die deutsche Arbeitsmoral dokumentiert. Nein, die Fotografen gehören zur SVP. Diese wittert in der Aktion Landesverrat, wie Tele Basel berichtet.
«Das passt nicht zur ihrer Halttung», kritisiert SVP-Präsident Dieter Spiess am Regionalfernsehen. Die SP betone immer wieder, wie wichtig es sei, die Löhne in der Schweiz zu halten und nicht billige Arbeitskräfte einzustellen. Jetzt mache die Partei genau das.

Konsternierte SP
SP-Sekretär Ruedi Brassel versteht die Kritik nicht. «Es ist einer der seltenen Anbieter dieser Dienstleistung. Wir könnten sonst noch jemanden in der der Ostschweiz anfragen», sagt er gegenüber Tele Bael.. Man arbeite schon lange mit dem Unternehmen zusammen, nehme aber gerne Bewerbungen aus dem Baselbiet entgegen, falls es solche gäbe.
Die Wertschöpfung bleibe in der Region, beton Brassel. «Die grenznahen Bereich von Deutschland gehören zu unserer Region, wir sind ein Wirtschaftsraum.» Es gehe auch nicht um billiger oder teuer. «Es geht darum, dass das die einzigen Anbieter, die wir haben», so Brassel.

Produziert in Ostschweiz
Produziert werden die SP-Plakate in der Ostschweiz. FDP und SVP lassen ihre Plakate in Münchenstein produzieren. Dieser Anbieter ist der SP laut Tele Basel zu teuer.
Und auch beim Plakataufhängen greifen die beiden bürgerlichen Parteien auf Baselbieter Kräfte. Die SVP hängt die Plakate selbst, wie Spiess erklärt. Drei Teams von Jung-SVPler würden die Plakate hängen.
Für die FDP hängt eine soziale Institution aus Liestal die Plakate auf und zwar seit Jahren, so FDP-Präsident Michael Hermann. Er versteht die Aufregung um die Plaktierung allerdings nicht. Die Kritik der SVP sei scheinheilig, so Hermann. (rsn)