Allschwil
«Tafelsilber» ist politisch umkämpft

Ein Strauss von Vorstössen sorgt dafür, dass das Wegmatten-Areal politisch nicht brach liegt. Den Anfang machte die CVP mit einer Initiative für einen Richtplan auf dem Wegmattenareal.

Regula Vogt-Kohler
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Heinz Dürrenberger

Die Diskrepanz zwischen der gegenwärtigen Nutzung und der Bedeutung des zentral gelegenen Areals, das der Gemeinde Allschwil gehört, ist gross: Seit der Aufhebung der Familiengärten dient die nur rudimentär gepflegte Wegmatten-Wiese vor allem als überdimensioniertes Hunde-Klo. Damit ist ausser den Vierbeinern, die hier ihre Geschäfte verrichten dürfen, niemand so richtig glücklich. Auch der Gemeinderat nicht, doch nachdem zwei Vorlagen für eine bauliche Nutzung an der Urne Schiffbruch erlitten hatten, hat er im Strategiepapier für die Legislaturperiode 2008 bis 2012 bewusst auf konkrete Nutzungsvorschläge für die Wegmatten verzichtet.

Nun hat eine Reihe von politischen Vorstössen die Diskussion über die Zukunft des «Tafelsilbers» der Gemeinde wieder in Gang gebracht. Den Anfang machte die CVP mit einer Initiative für einen Richtplan auf dem Wegmattenareal. Konkret fordert das von rund 500 Personen unterzeichnete Begehren den Gemeinderat dazu auf, ein Konzept für eine sinnvolle Verwendung des Areals zu erarbeiten und dabei auch die Bevölkerung und die Parteien miteinzubeziehen.

Neue Initiative

Noch ist die CVP-Initiative im Einwohnerrat nicht behandelt, da sammelt ein Komitee schon Unterschriften für eine neue Initiative: Diese geht im Unterschied zum Begehren der CVP, welches verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen möchte, aufs Ganze und verlangt nichts weniger als, dass die gesamten Wegmatten grün bleiben und die Gemeinde auf dem Areal einen Park errichten soll. Zu den beiden Volksinitiativen kommt noch eine Idee von Einwohnerrat Josua Studer. In einer Interpellation regt er an, die Wegmatten gegen den Ciba-Sportplatz zu tauschen, und stellt folgende Fragen: 1. Teilt der Gemeinderat meine Meinung, dass eine Wohnüberbauung auf dem jetzigen Ciba-Sportplatz ungeeignet ist und es zu übermässigem Mehrverkehr kommt? 2. Könnte sich der Gemeinderat vorstellen, dem Eigentümer des Ciba-Sportplatzes einen Landabtausch vorzuschlagen und die Wegmatten oder einen Teil davon anzubieten?

Gemeindepräsident Anton Lauber beantwortet die beiden Fragen gegenüber der bz mit einem klaren Nein. Aus der Sicht des Gemeinderates würden sich aus einem solchen Abtausch keine Vorteile ergeben. Ablehnend steht der Gemeinderat auch dem Ansinnen, aus den ganzen Wegmatten einen Park zu machen, gegenüber. Dies ist nicht als generelles Nein zu einem Park zu verstehen, wohl aber zu einer Lösung, die alle anderen Nutzungen ausschliessen würde. Wie beispielsweise die Realisierung von Betreutem Wohnen für Senioren im Bereich des früheren Elefantenackers, wie es der Gemeinderat anstrebt. Vor diesem Hintergrund befürworte der Gemeinderat eine Konzeptstudie, hält Lauber fest. Diese müsste Aussagen über die möglichen Nutzungen, die mögliche Aufteilung des Areals und die zeitlichen Dimensionen enthalten.