Baselland
Tango-Tram auf den Namen «Oberwil» getauft

Seit Juli werden die 15 neuen Tango-Trams nach und nach vom Thurgauer Hersteller Stadler Rail ausgeliefert. Die BLT lässt die neuen Tramzüge öffentlich taufen und legte am Wochenende los mit den Tramtaufen in Oberwil und Reinach.

Martin Merk
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Tango-Tram auf den Namen «Oberwil» getauft
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Tango-Tram auf den Namen «Oberwil» getauft

Kenneth Nars

«Ich bin überwältigt», sagte der BLT-Direktor Andreas Büttiker vor der Ansprache in Reinach und hatte auch allen Grund dazu. Rund tausend Personen fanden sich auf das Festgelände vor dem Gemeindehaus mit Zelt, Bühne, Wurst und Bier ein, um die Tram-Taufe mitzuerleben. Eine aufgeblasen Rakete mit Kinderrutsche passte bestens zum Astronauten-Feeling, welches die BLT bei der Musikwahl, dem NASA-inspirierten Countdown und den als Astronauten verkleideten «Piloten» des Tango-Trams offenbarte.

Die treibende Kraft

Der Gemeindepräsident Urs Hintermann strich in seiner Rede die Wichtigkeit des Trams für Reinach hervor und blickte zurück auf die über 100 Jahre alte Geschichte der 11er-Linie, für die das einstige Bauerndorf eine treibende Kraft war. Dies, nachdem die Bahnlinie Basel-Delsberg an der Gemeinde vorbei gebaut worden war – zu einer Zeit, als die Einwohner noch zu Fuss oder mit dem Fahrrad nach Basel pendeln mussten.

Nach den Reden und einer musikalischen Darbietung der Reinacher Musikgesellschaft Konkordia war die Reihe an der Mountainbike-Europameisterin Katrin Leumann, welche das Niederflurtram taufte. Dass nach dem Countdown ein altes Tram mit sich wundernden Passagieren durchfuhr, war wohl nicht so geplant, doch nach ein paar Minuten, sarkastisch kommentierter Verspätung traf dann mit Vulkanlichter, Rauch und bunten Leuchtketten das Tango-Tram aus dem Dunkeln heraus ein und Leumann konnte das Reinacher Wappen beim Vordereingang enthüllen.

Vier Prototypen schon im Einsatz

Eine totale Premiere war das Tram zwar nicht. Vier Prototypen sind bereits seit drei Jahren im Einsatz und wurden intensiv auf Technik und Kundenwünschen geprüft. In der neuen Version wurde jedoch die Anzahl Sitzplätze von 90 auf 101 erhöht und die Sitze um fünf Zentimeter weiter auseinander gesetzt. Zudem wurde die Sitzkonfiguration leicht angepasst. Die Bremsen sollen sanfter wirken als beim Prototyp, das Licht erhält einen wärmeren Farbton, es gibt mehr Haltestangen, weniger Bodenunebenheiten und ein verbessertes Informationssystem. Für Kinderwagen gibt es in gekennzeichneten Bereichen im vorderen und hinteren Teil mehr Platz.

Mit den neuen Trams erhofft sich die BLT mehr Komfort, Zuverlässigkeit, geringere Wartungskosten und auch weniger Energieverbrauch. Vor allem dank der Energierückgewinnung beim Bremsen verbraucht das Tram durchschnittlich 29 Prozent weniger Strom als die älteren Doppelkompositionen.

Mit den Taufanlässen will die BLT auch auf die Taktverdichtung ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember aufmerksam machen. «Seit 14 Jahren fährt der 11er im 7,5-Minuten-Takt, ab dem Fahrplanwechsel gilt dies auch für die Linien 10 und 17», sagte Büttiker. Ab dann werden mehr Trams auf der östlichen Birsseite von Dornach nach Basel verkehren und im Birsigtal, wo der neue 7,5-Minuten-Takt zwischen Basel und Ettingen gilt. Richtung Flüh fährt jedoch nur jedes zweite Tram weiter, da sich dort der Ausbau verzögert.