Titterten
Titterten wehrt sich gegen Beschlüsse des Kantons

Feuerungskontrollen, Schulkosten, Uferschutzzone: Was der Kanton von der Gemeinde Titterten verlangt, verärgert die Dorfoberen aufs Äusserste.

Lucas Huber
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Blick auf Titterten

Blick auf Titterten

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«Diese zusätzliche Gebühr lehnen wir ab»; «Der Gemeinderat akzeptiert die Belastung nicht»; «Die kantonalen Stellen werden gebeten, den Volkswillen zu beachten.» Diese drei Aussagen sind im aktuellen «Titterter Blatt» nachzulesen. Sie zeigen, dass der Gemeinderat alles andere als einverstanden ist mit den Entscheidungen aus Liestal.

Kosten auf Bürger abgewälzt

Doch wovon ist die Rede? Das Lufthygieneamt beider Basel wälzt aufgrund des Sparpakets, das derzeit in der Vernehmlassung ist, Kosten für die Feuerungskontrollen auf die Bürger um, die bis anhin der Kanton übernommen hat. Diese liegen bei acht bis zehn Franken pro Kontrolle. In Titterten sieht man den Hund allerdings noch woanders begraben: Das Lufthygieneamt führt eine Datenbank über die Feuerungen im Kanton sowie die Ergebnisse der Kontrollen. Diese Datenbank, erklärt Amtsleiter Andrea von Känel, sei total überholt und werde nun erneuert. Mit der Umverteilung der Kosten habe sie allerdings nichts zu tun. Ausserdem sei man Aufsichtsorgan und leiste viel Beratungsarbeit, so von Känel weiter.

Beschwerdeverfahren in Gang

Aus der Sicht von Tittertens Gemeindepräsident Rolf Rudin handelt es sich dabei um eine Arbeit, die niemand verlangt hat: «Wir haben die Sinnlosigkeit dahinter von Anfang an registriert. Scheinbar geht es einfach darum, dass beim Kanton wieder drei, vier Leute Arbeit bekommen.» Man lehne darum die Gebühren ab, so Rudin. Weil andere Gemeinden bereits interveniert haben, ist derzeit ein Beschwerdeverfahren zu diesem Thema beim Verfassungsgericht hängig.

Doch damit nicht genug. Titterten hat eine Rechnung über 11082 Franken erhalten: Miet- und Unterhaltsbeiträge für die Sekundarschulbauten. Diese Kosten liegen zwei Drittel über jenen des Vorjahres. Warum?

Titterten hat seine Beiträge im laufenden Jahr nicht nur an Reigoldswil, sondern auch an Oberdorf zu entrichten – «und das sind teure Bauten», ergänzt Rudin.

«Uns ist bewusst, dass hier nichts zu machen ist, also müssen wir einfach leer schlucken. Aber für eine so kleine Gemeinde wie Titterten sind das problematische Kosten.» Die höheren Kosten entstanden für Titterten, weil die Schulkreise zusammengeschlossen wurden.

Sechs Meter Schutz für Rinnsal

Zu guter Letzt kommt auch noch der Regierungsrat ins Spiel. Er hat drei Punkte der Titterter Zonenplanrevision nicht gutgeheissen. Auffälligster davon: die Uferschutzzone, die gemäss Plan drei Meter beträgt, laut Regierungsrat aber sechs Meter zu messen hat. «Es handelt sich um ein Rinnsal, dass während 90 Prozent des Jahres trocken ist», moniert Rudin.

Ob das angrenzende Kulturland bei einer sechs Meter breiten Schutzzone überhaupt noch sinnvoll zu bewirtschaften wäre, fragt sich der Gemeindepräsident zusätzlich: «Aber solche Entscheidungen fallen eben an Schreibtischen.»