Mord
Tötung auf dem Basler Bruderholz: 17 Jahre wegen Mordes

Das Basler Strafgericht hat am Donnerstag einen 51- jährigen Schweizer zu 17 Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt. Der Angeklagte hatte im Juli 2010 in einem Reiheneinfamilienhaus auf dem Basler Bruderholz eine 50-jährige Frau erstochen.

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17 Jahre Haft für heimtückischen Mord

17 Jahre Haft für heimtückischen Mord

Aargauer Zeitung

Die Frau und der Mann hatten sich wenige Wochen vor der Tat kennen gelernt. Beide befanden sich in einer schwierigen Lebenssituation. Das Gericht ging davon aus, dass sich aus den psychischen Problemen und der Alkoholsucht der Frau sowie der sich in Zurechtweisungen und Vorwürfen äussernden Persönlichkeitsstruktur des Mannes ein Konfliktpotenzial ergab.

Wie die Anklage nahm auch das Gericht an, dass der Angeklagte auf das drohende Scheitern der Beziehung mit Gewalt reagiert hatte. Bereits früher war es beim Angeklagten angesichts des sich abzeichnenden Endes von Beziehungen zu Gewaltausbrüchen gekommen. In einem Fall hatte dies auch eine Verurteilung zur Folge.

Der Mann selbst hatte dieses Motiv in Abrede gestellt und vor Gericht eine Liebesbeziehung und Absichten für ein längeres Bleiben im Haus der Frau verneint. Er hatte nie bestritten, die Frau getötet zu haben, machte aber zum Tathergang keine Aussagen. Er könne sich nicht erinnern, das sei nicht er gewesen, sagte er vor Gericht.

Heimtückisches Vorgehen des Täters

Das Gericht ging aufgrund der Spuren davon aus, dass der Mann dem schlafenden oder dösenden Opfer einen gezielten Stich ins Herzen versetzt hatte. Dieses Tatvorgehen sei heimtückisch, und das Verhalten nach der Tat sei feige gewesen, sagte der Vorsitzende des Gerichts in der mündlichen Begründung.

Der Angeklagte hatte den Kindern des Opfers mehrere Tage vorgetäuscht, die Mutter lebe noch. Den beiden zum Tatzeitpunkt noch minderjährigen Kindern hat das Gericht Genugtuungssummen von je 50'000 Franken zugesprochen. Einem weiteren Sohn muss der Angeklagte eine Genugtuung von 40'000 Franken bezahlen.

Das Urteil entspricht weitgehend dem Antrag des Staatsanwalts. Dieser hatte 19 Jahre wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung hatte auf einen Schuldspruch wegen eventualvorsätzlicher Tötung plädiert, das Strafmass aber nicht beziffert. Während des Vollzugs muss sich der Angeklagte einer ambulanten Psychotherapie unterziehen.