Wasserstrategie
Trinkwasser: Es wird nach Gefahren und Alternativen geforscht

Der Kanton Baselland lässt in Modellregionen die Belastung und Gefährdung des Grund- und Trinkwassers untersuchen. Zudem will man herausfinden, ob man die – heute kommunal organisierte – Trinkwasserversorgung besser strukturieren könnte.

Daniel Haller
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Die Trinkwasser-Gewinnung im Muttenzer Hardwald – im Bild ein Versickerungsweiher – ist Gegenstand von zwei Teilvorhaben des Projekts «Regionale Wasserversorgung Baselland 21».

Die Trinkwasser-Gewinnung im Muttenzer Hardwald – im Bild ein Versickerungsweiher – ist Gegenstand von zwei Teilvorhaben des Projekts «Regionale Wasserversorgung Baselland 21».

Martin Töngi

Für dieses Projekt «Regionale Wasserversorgung Baselland 21» spannen das Amt für Umwelt und Energie (AUE) Baselland und die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) zusammen.

Trinkwasserfonds trägt Hauptlast

Das gestern in der Bau- und Umweltschutzdirektion vorgestellte Projekt hat am 1. März begonnen und soll drei Jahren dauern. Es kostet 5,3 Millionen Franken. Davon stammen 4,3 Millionen aus dem Trinkwasserfonds, den Ciba, Novartis und Syngenta im Mai 2010 geäufnet haben. 700 000 Franken kommen von der Eawag und 300 000 Franken stammen aus dem Haushalt des AUE, jeweils vor allem geleistete Arbeitsstunden. «Die Staatsrechnung wird nicht belastet», betonte AUE-Leiter Alberto Isenburg an der Medienkonferenz. Adrian Auckenthaler vom AUE und Urs von Gunten, Leiter des Kompetenzzentrums Trinkwasser an der Eawag, leiten das Projekt. Weiter sind die Abteilung für Angewandte und Umweltgeologie der Uni Basel, die Hardwasser AG sowie die 30 Gemeinden der untersuchten Modellregionen dabei.

Die Untersuchungen durch die Eawag umfassen fünf inhaltliche Teilprojekte:

In Wasserversorgungen mit Karstquellen im Hügelgebiet wird geprüft, ob das Trinkwasser mit Keimen verschmutzt ist. Dafür kommt ein von der Eawag entwickeltes Gerät zum Einsatz, das Zellen in fliessendem Wasser zählt.

In den Tälern untersucht man, wie sich Flussrenaturierungen auf die Qualität des Grundwassers auswirken, und wie man dieses adäquat aufbereiten kann.

Für die Trinkwassergewinnung aus dem Hardwald – in grosser Nähe zu alten Chemiemülldeponien – wird man untersuchen, ob eine zusätzliche Aufbereitungsstufe als Ergänzung zum Aktivkohlefilter die Qualität verbessert.

Im Hardwald wird ein Wassermanagement eingeführt. Dafür wird man untersuchen, welchen Weg im Untergrund das versickerte Rheinwasser nimmt, und wie man in den Trinkwasserbrunnen die Qualität beeinflussen und garantieren kann.

Nicht zuletzt untersucht man die Struktur der Wasserversorgung auf Defizite, um alternative Organisationsformen zu entwickeln.

Das sechste Teilprojekt soll dann die Erkenntnisse der fünf anderen zusammenfassen und so aufbereiten, dass man Ingenieurbüros, Verwaltungs- und Gemeindeangestellten die Ergebnisse vermitteln kann.

Erkenntnisse für die ganze Schweiz

Wasser ist einerseits das wichtigste Lebensmittel, andererseits wird es von vielen Seiten genutzt und seine Qualität bedroht. Da man im Baselbiet ländliche und städtische Gebiete und verschiedene Naturräume nahe beieinander findet, ergibt sich für die Eawag – eine der vier Forschungsanstalten der ETH –, im unteren Ergolztal, im Birstal und in den Frenkentälern sowie in den Karstgebieten um Waldenburg und Laufen die Möglichkeit, modellhaft Forschung zu betreiben, die der ganzen Schweiz zugute-kommen wird. Für den Kanton ist dies das erste Projekt im Rahmen der im Mai 2012 vorgestellten Wasser-Strategie (die bz berichtete). «Weitere werden folgen», betonte Isenburg.