Finanzkniff
Trotz Fusions-Nein: Kantonsspital will Parkhaus bauen

Die Baselbieter Regierung möchte die Situation im Kantonsspital mit einer Darlehensumwandlung stabilisieren.

Bojan Stula
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Ein neues Parkhaus und einen rundum erneuerten Behandlungstrakt benötigt das Kantonsspital Liestal in jedem Fall, sagt die Regierung. Nicole Nars-Zimmer

Ein neues Parkhaus und einen rundum erneuerten Behandlungstrakt benötigt das Kantonsspital Liestal in jedem Fall, sagt die Regierung. Nicole Nars-Zimmer

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Erstmals hatte die Absicht Spitaldirektor Jürg Aebi im bz-Interview Ende Dezember verraten. Gesundheitsdirektor Thomas Weber bestätigte sie am Tag der verlorenen Spitalfusions-Abstimmung. Seit gestern liegt die entsprechende Landratsvorlage vor: Mit einer Umwandlung von zwei Kantonsdarlehen über total rund 153 Millionen Franken in eine nicht rückzahlbare Beteiligung soll das Kantonsspital Baselland (KSBL) «stabilisiert» und auf eine breitere finanzielle Basis gestellt werden.

Dermassen gestärkt, könne das Spital «in die Phase der strategischen Neuausrichtung gehen», wobei das geltende Spitalgesetz und die bisherige Eigentümerstrategie des Kantons dem Verwaltungsrat dafür genügend Spielraum bieten würden. Laut Regierung soll der Verwaltungsrat zusammen mit der Geschäftsleitung «auf Basis einer Angebotsplanung und entsprechenden Businessplänen» bis Ende Juni 2019 einen Strategieentscheid fällen und Antrag an den Eigentümer, also den Kanton Basel-Landschaft stellen. Indes sei jetzt schon klar, dass die Sicherung der Hochschulmedizin primär Aufgabe des Basler Unispitals sei und für das KSBL in den Hintergrund rücken müsse.

Psychiatrie machte es vor

Die Verbreiterung der Kapitalbasis ist insofern dringend, als dass das KSBL trotz der geplatzten Spitalfusion an der Sanierung des Behandlungstrakts und am Neubau eines Parkhauses am Standort Liestal festhält. Doch um die dafür benötigten rund 150 Millionen Franken zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufnehmen zu können, benötigt das KSBL eine solide Eigenkapitalquote. Mit der Wandlung der beiden Darlehen würde diese laut Vorlage auf «adäquate» 61 Prozent hochschnellen. Angesichts des erwarteten Defizits für das abgelaufene Betriebsjahr von 18 Millionen Franken beträgt die derzeitige Eigenkapitalquote alarmierend tiefe 11 Prozent.

Mit demselben Finanzkniff und einer Darlehensumwandlung über 36 Millionen Franken wurde 2017 bereits die Psychiatrie Baselland entlastet. Stimmt der Landrat dem Regierungsantrag zu, entfallen für das KSBL die vorgesehenen Amortisationszahlungen, die ursprünglich ab 2018 in Jahrestranchen von 7,6 Millionen Franken hätten erfolgen müssen. Ebenso kommt das KSBL um Darlehenszinsen von 21,7 Millionen Franken verteilt auf 20 Jahre herum.

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