Berufsschau Pratteln
Über einen aufregenden Parcours zur neuen Lehrstelle

Noch bis am Sonntag buhlen im Kultur- und Sportzentrum in Pratteln 190 Lehrberufe aus 30 Branchen um die Gunst der Jugendlichen. Der Andrang der Ausbildner ist so gross wie nie zuvor. Auf fällt nur, wer seinen Stand gut inszeniert.

Madlaina Balmer
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Zahntechniker vor Ort
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Informatiker Kathrin Meng und Raffael Castioni
Berufsschau 2011
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KV Stand richtige Bekleidung wichtig
Berusschau Pratteln Konditor
Stand Chemie und Biologie Loboranten
Lehrlinge Baubranche
KV Lehrling Laura Giustiziero
190 Lehrberufe buhlen in Pratteln um die Gunst der Jungen

Zahntechniker vor Ort

Kenneth Nars

An der Berufsschau in Pratteln tummeln sich Schüler und Schülerinnen, die nach einem geeigneten Lehrberuf Ausschau halten. Sie drängen sich in Gruppen um die verschiedenen Stände, wo sich Lehrlinge und Lehrmeister dem potenziellen Nachwuchs präsentieren. Dabei stehen vor allem erlebnisreiche Stände in der Gunst der Besucher. Gleichzeitig zeigen sich gähnende Gesichter an den weniger spektakulären Ständen. Dies beweist: Nur wer seinen Berufsstand gut inszeniert, fällt auf.

So gross wie nie zuvor

Die Berufsschau findet dieses Jahr wieder im Kultur-und Sportzentrum Pratteln statt. Die Ausstellungsfläche ist auf 3700 Quadratmeter angewachsen. Auf dieser Fläche werden 190 Berufe aus 30 Branchen vorgestellt. Lehrlingsausbildende und Lehrlinge demonstrieren vor Ort, was in ihrem Beruf wichtig ist. Die Besucher haben die Möglichkeit, Informationsmaterial zu sammeln und Fragen zu stellen. Der Besuch eignet sich vor allem für Schüler und Schülerinnen, die auf Lehrstellensuche sind oder sich beruflich neu orientieren wollen. Die Berufsschau ist noch bis diesen Sonntag täglich geöffnet. (bz)

«Wir haben uns mehr Besucher erhofft», schränkt jedoch Martin Siegrist, Lehrlingsbetreuer in der Firma Tozzo AG, ein. Er vertritt die Baubranche vor Ort. Er ist jedoch zuversichtlich, dass in den kommenden Tagen mehr Leute auftauchen. Ein Lehrberuf in der Baubranche sei gerade für Jugendliche geeignet, die gerne draussen arbeiten. Siegrist wünscht sich, dass die Bauberufe einen besseren Ruf erhalten und der Nachwuchs nicht ausgeht. Man habe viele Weiterbildungschancen und die Arbeit sei anspruchsvoller, als viele denken würden.

In Szene setzen ist alles

Die Forstwirtschaft Baselland hat einen Baumstamm aufs Gelände gebracht. Interessierte versuchen sich im Sägen des Stammes, wobei sie über dem Boden in einer Halterung schweben. Auch der Traktor mit dem Siloballen findet Anklang. «Sogar drei Frauen haben sich auf den Traktor gesetzt und den Ballen angehoben», erzählt der Landwirtschaftslehrling Jan Hofer. Er sei heute oft gefragt worden, ob man Landwirt werden könne, wenn man keinen Hof in der Familie habe. Dies sei natürlich möglich. Fritz Ziörjen bildet im Ebenrain Landwirte aus.

Auch er erhofft sich, dass sich mehr Junge für den Beruf entscheiden. Denn viele Betriebe der Region bangen um ihren Nachwuchs. «Wir brauchen kein Fitnessstudio», erzählt er scherzend. Das Arbeiten mit Tieren und Bewirtschaften der Felder sei schön, weil man täglich sehe, in was man seine Arbeit investiere.

Mehr am Erlebnis als am Beruf interessiert

Obwohl die jungen Menschen vor Ort sich auf jede Attraktion stürzen, scheinen einige mehr am Erlebnis als am eigentlichen Beruf interessiert zu sein. Dennoch sind unter den Besuchern auch Schüler und Schülerinnen, die sich wirklich für einen Beruf interessieren. Der 13-jährige Joel Gysin aus Oberdorf beispielsweise weiss genau, dass er eines Tages zur Polizei oder zum Strassenbau will. «Ich mache gerne Sport und bin gerne draussen», erzählt der Junge.

Sina Frutschy weiss ebenfalls, dass sie Drogistin lernen will. Sie besucht die Schule für Brückenangebote in Muttenz. Ihre Mitschülerin Milly Stucki will lieber eine gestalterische Ausbildung machen. Sie hat noch keine konkretere Vorstellung.

Am KV-Stand der öffentlichen Verwaltung steht Laura Giustiziero. Sie steht im 3.Lehrjahr und betont, dass schöne und ordentliche Kleidung in ihrem Beruf sehr wichtig seien. Ihr gefallen die Arbeit im Büro, der Kundenkontakt und die regelmässigen Arbeitszeiten.