Laufen
Unbekannte sabotieren Sanierung von Sprayereien

Bereits mehrmals wurde die Bahnhofsunterführung von Vandalen heimgesucht. Letztmals am 22. Januar. BDP-Stadtratskandidat Ernst Horn fordert nun Massnahmen.

Fabian Muster
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In der Nacht von Freitag auf Samstag, 22. Januar, haben Unbekannte die Plastikfolie in der Bahnhofsunterführung heruntergerissen. zVg

In der Nacht von Freitag auf Samstag, 22. Januar, haben Unbekannte die Plastikfolie in der Bahnhofsunterführung heruntergerissen. zVg

Die Bahnhofsunterführung in Laufen ist immer wieder Ziel von Vandalenakten. Das letzte Mal trieben Unbekannte in der Nacht von vorletztem Freitag auf Samstag, 22. Januar, ihr Unwesen. Sie rissen die Plastikfolie herunter. Diese war in der Unterführung angebracht, damit die Arbeiter die Wände spraysicher gestalten und die bisherigen Schmierereien übermalen können. «Das ist System, da müssen handfeste Interessen dahinter stecken», regt sich Ernst Horn auf.

Der Stadtratskandidat der BDP sieht das Sicherheitsbedürfnis der Pendler bedroht und fordert in der Unterführung eine Videoüberwachung sowie mehr Kontrollen durch Sicherheitskräfte. «Der Stadtrat muss hier die Federführung übernehmen.»

Videoüberwachung heikel

Die zuständige Stadträtin Sabine Asprion (SP) ärgert sich ebenfalls über die Vandalenakte, weil sie täglich die Bahnhofsunterführung selbst benützt. Der Stadt seien aber die Hände gebunden, weil die Bahnhofsunterführung auf dem SBB-Areal liege und damit Hoheitsgebiet der Schweizerischen Bundesbahnen sei. Eine Videoüberwachung hält die Juristin zudem für heikel. «Wenn es für die Sicherheit der Bahnhofsreisenden wichtig wäre, könnte man sich eine Kamera vorstellen.»

Da ihr jedoch keine Fälle bekannt sind, bei der Personen von Unbekannten angegriffen oder zu Schaden gekommen wären, würde sie davon absehen. Im Stadtrat sei die Sache laut Asprion bisher nicht thematisiert worden.

Keine Videoüberwachung geplant

Die SBB haben den eingangs erwähnten Vorfall bisher nicht registriert. Weil das Bahnunternehmen im letzten Jahr nur drei Vandalenfälle verzeichnet hat, gehört Laufen zu den schweizweit unauffälligen Bahnhöfen. Die Kosten, um die Schmierereien zu entfernen, beliefen sich auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Daher seien zurzeit keine häufigeren Kontrollen durchs Bahnpersonal vorgesehen, sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi.

Auch von einer Videoüberwachung sieht das Bahnunternehmen ab. «Sie ist aus finanziellen Gründen nicht geplant.» Stadtratskandidat Ernst Horn gibt sich damit nicht zufrieden. «Warum da nichts passiere, würden sich viele Leute fragen», sagt der Präsident der Laufentaler BDP. Die Partei hat die Sachbeschädigungen gar zu einem ihrer Wahlkampfthemen gemacht. «Wir müssen die Gleichgültigkeit durchbrechen», sagt er und will damit die Öffentlichkeit vermehrt zur Wachsamkeit aufrufen, wenn es um Sachbeschädigungen auf öffentlichem Grund geht.

Von den Verursachern der Sachbeschädigung fehlt laut der Baselbieter Polizei bisher jede Spur. Eine Anzeige liegt bislang nicht vor. Die Polizei wurde laut Mediensprecher Meinrad Stöcklin in der Tatnacht um 1.58 Uhr alarmiert und rückte umgehend aus. Die Kantonspolizisten würden das Bahnhofsgebiet im Rahmen ihrer Möglichkeiten regelmässig kontrollieren.