Muttenz
Und noch mehr Schüler kommen in Baracken

Baselland – Kanton der Schul-Provisorien: Nun sollen auch in Muttenz Schüler in Baracken unterkommen. Platz hats aber nicht für alle.

Benjamin Wieland
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Platznot am Gymnasium Muttenz. (Archiv)

Platznot am Gymnasium Muttenz. (Archiv)

Kenneth Nars

Die Baselbieter Gymnasien platzen aus allen Nähten. Nach Münchenstein und früher Liestal soll nun auch der Standort Muttenz provisorischen Schulraum erhalten. Die Baracken sind an der Kriegackerstrasse geplant, in unmittelbarer Nähe zum heutigen Gymnasium-Hauptgebäude. Die Standortparzelle befindet sich in Kantonsbesitz, dem Provisorium müssten einige Familiengärten weichen. Geplant sind Räume mit einer Gesamtfläche von 480 Quadratmetern, was acht Zimmer ergibt. Noch muss der Landrat dem Projekt zustimmen. In der Vorlage rechnet der Regierungsrat mit Baukosten in der Höhe von 2,2 Millionen Franken.

Auch Primarschule sucht

Das Gymnasium ist nicht die einzige Schule in Muttenz, die mit Raumnot kämpft. So beabsichtigte die Gemeinde, die Schüler der Primarschule Gründen während dessen Sanierung im benachbarten Sekundarschulhaus Gründen unterzubringen, das der Kanton – der Betreiber der Sekundarschulen – nicht mehr brauchte. Er meldete dann doch wieder Eigenbedarf an. Deshalb müssen die Gründen-Primarschüler auf andere Standorte umplatziert werden, was teilweise weite Schulwege mit sich bringen würde – und bereits besorgte Eltern auf den Plan gerufen hat. Laut der Vorlage hat zwischen Kanton und Gemeinde im Rahmen der Planungen für das Provisorium für das Gymnasium eine Besprechung stattgefunden. Abklärungen mit dem Gemeinderat und betroffenen Anwohnern seien im Gange. Offensichtlich wurde jedoch nie erwogen, im Provisorium neben den Gymnasiasten auch die wohl bald «obdachlosen» Primarschüler unterzubringen.

Andere Gymnasien sind voll

Die Zeit drängt: Der Pavillon muss bis Ende 2015 bereit stehen. Dies, weil das Gymnasium schon heute unter Platznot leidet. «Es besteht bereits länger ein grosses Flächendefizit», heisst es in der Vorlage. Dieses belaste den Schulbetrieb «bis über die Grenzen des Zumutbaren». Die Situation werde sich zuspitzen, warnt der Kanton. Ohne die zusätzlichen Zimmer müssten Muttenzer Schüler im schlimmsten Fall an eines der vier anderen Gymnasien im Kanton wechseln – nur seien diese auch selber voll ausgelastet. Ein Teil des Unterrichts am Gym Muttenz findet bereits heute im Gebäude des BZM (Bildungszentrum Muttenz) statt.

Das Provisorium soll zwölf Jahre zur Verfügung stehen. Dann kann die Schule ins Polyfeld in ein Gebäude der FHNW umziehen, die diese dann nicht mehr braucht. Geplant ist ein vorfabrizierter Holz- oder Metallbau. Im ersten Jahr wird mit Betriebskosten in der Höhe von rund 370 000 Franken gerechnet, in den Folgejahren sollen diese noch 170 000 Franken betragen.

In Muttenz werden neue Provisorien erstellt – im Münchenstein zeichnet sich deren Ende ab: Heute Dienstag wird der Kanton bekannt geben, wer den Wettbewerb für den Erweiterungsbau des Gymnasiums gewonnen hat. Bezugstermin ist frühestens 2019.