Kraftwerkinsel
Und plötzlich sind die Dinos weg und die Badewiese frei

Die beliebte Inselspitze des Kraftwerks Birsfelden ist wieder frei zugänglich. Die Dinosaurier-Ausstellung wurde kurzerhand verlegt. Die Gründe dafür bleiben diffus.

Samuel Hufschmid
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Ein Sturm der Entrüstung hat sich entladen, als die bz Mitte Juni über die Verlängerung der Dinosaurier-Ausstellung auf der Birsfelder Kraftwerk-Insel berichtete. Seit letzter Woche ist die Wiese an der Inselspitze wieder dinofreie Zone – die Ausstellungsobjekte wurden kurzerhand auf die untere Wiese verlegt.

Die genauen Gründe bleiben diffus: Schausteller Roger Adolfsen sagt, dass der Umzug nötig gewesen sei, weil er zusätzliche Attraktionen in die Ausstellung integriert habe – bewegliche Dinos beispielsweise oder auch eine Art Putschauto in Dinosaurierform. «Wir haben nochmals 120 000 Franken in die Ausstattung investiert und brauchten dafür mehr Platz», sagt Adolfsen. Damit sich das rechne, habe er die Bewilligung verlängert bekommen – bis Ende Jahr. «Der Standort auf der Kraftwerkinsel ist für uns ideal, das Einzugsgebiet ist attraktiv und besonders für Schulklassen ist die Kombination aus Dinoausstellung, Schleuse und Kraftwerkbesuch interessant.» 28 000 Besucher hätten die Ausstellung bis jetzt angeschaut, er könne sich gut vorstellen, auch im nächsten Jahr auf der Kraftwerkinsel präsent zu sein. «Mit dem neuen Standplatz hoffen wir, dass wir niemanden stören», sagt Adolfsen.

Glücklich über den neuen Standort sind auch die Gemeindeverwaltung Birsfelden und die Kraftwerk Birsfelden AG. «Für uns ist das eine gute Lösung – die beliebte Insel-Spitze sowie alle Wege sind wieder komplett zugänglich», sagt der Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP). So könne auch die traditionelle 1.- August-Feier an ihrem angestammten Platz stattfinden. Er betont aber, dass Birsfelden nur eingeschränkt mitbestimmen könne, da sich die Insel im Besitz der Kraftwerk AG befinde. Mit der Verlängerung bis Ende Jahr sei die Gemeinde hingegen einverstanden, über Pläne darüber hinaus könne er noch nichts sagen.

Sascha Jäger, Direktor der Kraftwerk Birsfelden AG und damit Vermieter des Grundstücks, kann die genauen Gründe der Verlegung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erläutern. «Der Kommunikationsprozess ist noch nicht abgeschlossen und vorher können wir verständlicherweise nichts sagen.» Die neue Örtlichkeit sei jedoch auch für die Kraftwerk Birsfelden AG eine ideale Lösung. «Wichtig war uns, dass die Ruder- und Wasserfahrvereine, die neben der besagten Wiese ihre Vereinsunterkünfte haben, mit der Dinoausstellung einverstanden sind», sagt Jäger. Über grundsätzlichere Fragen wie die künftige Strategie der Kraftwerk AG bezüglich Vermietung der Insel gibt es zur Zeit keine neuen Erkenntnisse.

Lokalpartei will Klarheit

Genau diese Frage interessiert aber die SVP Birsfelden. Parteipräsident Samuel Bänziger sagt: «Wir möchten von der Gemeinde wissen, ob es ein Gesamtkonzept für die Nutzung der Kraftwerkinsel gibt und wie dieses ausschaut. Auch wenn das Kraftwerk Eigentümerin der insel ist, sollte der Gemeinderat die Interessen der Bevölkerung beim Kraftwerk anbringen.» Dass eine Veranstaltung zuerst bewilligt würde und danach verschoben werden müsste, sollte verhindert werden – schliesslich führe es auch für den Veranstalter zu Mehrkosten.

Tatsächlich hat der Umzug viel Geld gekostet, wie Adolfsen sagt. 14 000 Franken habe er dafür investieren müssen, damit sich dies lohne, sei er auf eine Verlängerung bis Ende Jahr angewiesen.