Verkehr
Ungebremste Begeisterung für den Autobahnzubringer Aesch-Nord

Der Kanton stellte am Mittwoch die Pläne für den neuen Anschluss von Aesch-Nord an die A 18 vor. Den ansässigen Firmen soll die Strasse am meisten Nutzen bringen.

Michel Ecklin
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Die neue Strasse soll dem Gewerbegebiet Aesch-Nord zugute kommen. (Archiv)

Die neue Strasse soll dem Gewerbegebiet Aesch-Nord zugute kommen. (Archiv)

Nicole Nars-Zimmer

Es ist selten, dass der Kanton mit einem seiner Bauprojekte nur auf Wohlwollen stösst. Am Mittwoch war das in Aesch der Fall, als die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) an einer öffentlichen Infoveranstaltung die Details zum Zubringer Pfeffingerring präsentierte.

Der Anschluss von Aesch-Nord an die Autobahn 18 ist für Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger «unser Durchstich», und von einem «Hammerprojekt» sprach ein Gewerbetreibender. Das Gewerbegebiet Aesch Nord gilt als Wirtschaftsstandort von kantonaler Bedeutung, und den dortigen Firmen soll die Strasse auch am meisten Nutzen bringen. Denn sie soll den «täglichen Verkehrszusammenbruch» (Hollinger) zwischen dem heutigen Anschluss an der Hauptstrasse und der Arlesheimerstrasse aufheben.

Unterirdische Tram-Querung

Der Verkehr von der Autobahn quert die Hauptstrasse und das Tram unterirdisch und fliesst in einer grossen Kurve südwärts über den bereits erstellten Kreisel Butthollen (bei der Landi) Richtung Ettingen. Die Unterführung vertilgt einen Grossteil der Kosten von 22,4 Millionen Franken. Denn während der dreijährigen Bauphase soll der Verkehr möglichst wenig behindert werden.

Deshalb wird in einem aufwendigen Bauverfahren eine 41 Meter lange, 15 Meter breite und 1100 Tonnen schwere Platte unter die Strasse und das Tram geschoben, um eine Brücke zu bilden. Tramfahrer werden rund zwei Wochen auf Busse umsteigen müssen, Velofahrer müssen einen Umweg in Kauf nehmen.

«Machen ein Fest»

Der Landrat hat dem Projekt bereits zugestimmt. Die Pläne liegen ab dem 8. Februar für einen Monat öffentlich auf, der Spatenstich soll noch Ende Jahr erfolgen. Gibt es keine Einsprachen, wird die Strasse Ende 2019 eröffnet. «Dann machen wir ein Fest», sagte Hollinger. «Schon vor 30 Jahren sagte man, Aesch brauche den Zubringer und auch den Vollanschluss an die A 18.»

Für die BUD bilden Zubringer und Vollanschluss – zusammen mit dem verbesserten Knotenpunkt Angenstein – eine Einheit. Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro sagte dazu, zusammen mit dem Vollanschluss Aesch, dem Zubringer Dornach an die A 18 und dem Knotenausbau Angenstein gehöre der Zubringer Pfeffingerring zu den wichtigsten Strassenbau-Projekten im Korridor Aesch–Dornach. Der Ballungsraum von Reinach über Aesch bis Dornach mache als Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet eine starke dynamische Entwicklung durch.

Dazu Kantonsingenieur Oliver Jacobi: «Mit dem Zubringer Pfeffingerring bauen wir das Bachbett, bevor wir mit dem Vollanschluss die Schleusen öffnen. Sonst haben wir den ganzen Verkehr durchs Dorf.»

Verkehr im Dorf nimmt zu

Im Ortskern werden all die Strassenprojekte allerdings keine Verkehrsabnahme bringen, aber immerhin weniger Zunahme als ohne Neubauten. Gemäss den Prognosen der BUD sollen nämlich 2030 drei Prozent mehr Verkehr durch den Aescher Dorfkern fliessen, durch den südlichen und bewohnten Pfeffingerring sogar acht Prozent. Die Erklärung von Projektleiter Boris Kunze: «Es fahren halt einfach mehr Leute Auto.»

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