Oldtimer
Unterwegs mit den Edelkarossen

Am Donnerstag fand die Suisse-Paris Rallye International statt. 140 Oldtimer machten sich auf den Weg von Basel nach Paris. Das Publikum war begeistert.

Nadine Böni
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Die edlen Oldtimer werden gehegt und gepflegt
5 Bilder
Gespannt warten die Zuschauer auf den Start
Auch schöne Mädchen dürfen beim Rennen natürlich nicht fehlen
Alles parat? Dann los!
Oldtimer-Rennen von Basel nach Paris

Die edlen Oldtimer werden gehegt und gepflegt

Juri Junkov

Sie sind die Prunkstücke der Automobil-Geschichte. Ein britischer Sunbeam 20/60 aus dem Jahr 1925. Ein Maybach SW 38 von 1937. Ein Ferrari 212 von 1953 - einst das Geschenk des Filmregisseurs Roberto Rossellini an seine Frau, die Schauspielerin Ingrid Bergmann. Die 135 Edelkarossen sind auf Hochglanz poliert. In den Hallen der Messe Basel stehen sie funkelnd im Blitzlichtgewitter der Autofans und warten auf den Startschuss zum 22. Raid Suisse-Paris.

Bei Christian Thomi, Pilot des Sunbeams 20/60, steigt der Puls beim Blick auf die Uhr. «Jetzt, nur wenige Minuten vor dem Start, bin ich nervös», sagt er. Obwohl Fachleute sämtliche Autos vor dem Start prüfen, bleibe «die Unsicherheit, ob es das Auto bis Paris schafft.» Der Sunbeam ist immerhin das älteste Fahrzeug im Tross. Aber auch die Route - sie führt in diesem Jahr über 900 Kilometer von Basel über Besançon, Troyes und Montlhéry ans Ziel in Paris - beschäftigt Thomi: «Ich hoffe, wir verfahren uns nicht.»

Andere Sorgen haben Joseph und Ruth Huber. Ihr Riley TT Sprite aus dem Jahr 1934 hat kein Dach. «Wenn es regnet wird es ungemütlich», sagt Ruth Huber und fügt mit einem Blick auf die Gewitterwolken, die sich draussen am Himmel türmen, an: «Der Kofferraum ist voll mit unseren Regenkleidern.» Die Hubers sind zum 3. Mal am Raid Suisse-Paris dabei. Besonders die verschiedenen Tests und die jedes Jahr neu gewählte Strecke faszinieren sie: «Der Raid ist jedes Mal eine tolle Herausforderung.»

Mit Verletzung im Krankenwagen

Mit einem leichten Handicap nehmen Isabelle Grumbacher und Sabina Schneider die Herausforderung an: Pilotin Grumbacher geht an Stöcken, hat einen dicken Verband um die Wade. «Ich habe mir beim Fussball einen Muskelfaserriss zugezogen.» Ausgerechnet einen alten Militär-Krankenwagen - einen VW Typ 27 aus dem Jahr 1973 - werden die beiden jungen Frauen nach Paris lenken.

Moderne Medizin macht das möglich: «Ich nehme ein paar Schmerztabletten und dann kann ich wieder kuppeln», sagt Grumbacher und lacht. Sie will in diesem Jahr unbedingt ohne Komplikationen nach Paris kommen - nicht wie im letzten Jahr. Damals starteten Grumbacher und Schneider in einem Mercedes-Benz 280 SE 3.5 mit Jahrgang 1971.

Aber das Auto schaffte es nicht einmal aus der Starthalle, weil es kein Öl mehr hatte. «Wir mussten kurzfristig auf einen Citroën umsteigen», erzählt Schneider. In diesem Jahr versucht es ihr Bruder Olivier noch einmal mit dem Mercedes. Vater Christian Schneider beobachtet die letzten Vorbereitungen seines Sohnes. Er selber fährt mit einem Jaguar E-Type von 1973 nach Paris.