Urnengarten
Neue Gräber für Liestal: Die Neugestaltung des Friedhofs schreitet voran

Seit Jahren ist die Neugestaltung des Friedhofs ein Thema. Nun laufen die Bauarbeiten.

Kelly Spielmann
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Auf den brachliegenden Flächen des Friedhofs kommt es zu Veränderungen.

Auf den brachliegenden Flächen des Friedhofs kommt es zu Veränderungen.

Archiv/Kenneth Nars

Wer sich derzeit beim Liestaler Friedhof zwischen Fliederweg und Nelkenstrasse aufhält, dem dürfte die Baustelle bereits aufgefallen sein. Grund ist die Neugestaltung des Friedhofs, die in diesen Wochen geschieht.

Bereits seit Jahren ist eine Neugestaltung ein Thema in der Liestaler Politik: 2016 reichte Vreni Wunderlin (GLP) im Einwohnerrat eine Interpellation zum Thema ein. Eine Neugestaltung sei bereits in Planung, erklärte der Stadtrat damals. Denn: Der Wunsch nach Erdbestattungen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten halbiert. Bestattungen im Gemeinschaftsgrab haben sich derweil fast verdoppelt.

Der Grund: Man wolle seine Hinterbliebenen nicht mit der Grabpflege belasten, wie die zuständige Stadträtin Marie-Theres Beeler letztes Jahr sagte. Damals kam es mittels Einwohnerratsbeschluss zur Änderung des Friedhofreglements, damit die Anpassungen vorgenommen werden können ­– konkret zwei neue Grabformen.

Noch vor Ostern soll der Friedhof fertig sein

Erste Priorität habe aber der Aufenthaltsort in der Mitte des Friedhofs, so Beeler. Der Platz mit Sitzgelegenheiten und einem Wasserspiel werde mit Unterstützung der Prader-Fehr-Stiftung unter Projektleitung der Firma Arbos Gartenbau AG und mit der Mitarbeit des Bereichs Tiefbau realisiert. Der Begegnungsort soll bereits in den kommenden Wochen, spätestens Ende Jahr, fertiggestellt sein.

Auch fast fertig ist die Umsetzung des Gebiets um das «zerbrochene Ei». Dieses erinnert an zu früh verstorbene Kinder. Das Ei wurde aus seinem «Versteck» geholt und ist nun besser sichtbar. Auf einem Grabfeld vor dem Ei sollen Föten bestattet werden können, die vor der 22. Schwangerschaftswoche gestorben sind. Die konkrete Umsetzung mit einem verrottbaren Behältnis für die Urnenbestattung der «Sternenkinder» sei noch im Gang, so Beeler.

Nächstes Jahr beginnen die Arbeiten für die Realisierung des Urnengarten. Sobald alle neuen Bestattungsformen möglich sind, werde auch das neue Reglement in Kraft gesetzt werden können. Wann das geschieht, ist noch unklar. Beeler: «Weil wir in einer finanziell schwierigen Lage sind, müssen wir vieles mit internen Kapazitäten umsetzen, statt Firmen für eine Umsetzung zu engagieren. Wir wollen Neues möglich machen, aber manchmal braucht so etwas mehr Zeit.» Sie schätzt aber, dass der Friedhof noch vor Ostern 2022 so weit ist.

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