Kantonsfusion
Urs Wüthrich: «Fusionsvorlage wird sicher keine Kampfschrift»

Die Baselbieter Regierung hat sich gestern mit drei zu zwei Stimmen gegen die Fusionsinitiative ausgesprochen. Regierungspräsident Urs Wüthrich hält aber trotzdem an seiner Überzeugung fest, dass eine Fusion ein Aufbruchprojekt ist.

Michael Nittnaus
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Die Regierung ist sich einig uneinig.

Die Regierung ist sich einig uneinig.

Michael Nittnaus

Herr Wüthrich, kaum Regierungspräsident, müssen Sie als Befürworter der Fusionsinitiative eine Niederlage wegstecken.

Urs Wüthrich: Das Gegenteil ist der Fall. Ich bin in der guten Situation, dass ein neues Regierungsteam sich mit Überzeugung und absoluter Klarheit für die Weiterentwicklung der Partnerschaft positioniert. Gleichzeitig war mir aber schon wichtig, dass wir uns nicht hinter dem Gremium verstecken, sondern bei der wichtigen und emotionalen Frage persönlich hinstehen und die eigene Überzeugung offenlegen.

Werden Sie darauf achten, dass die Vorlage trotz des Neins nicht einseitig wird?

Diese Garantie haben wir, weil wir ja die einzelnen Haltungen der Regierungsräte offenlegen. Es sollte im Interesse aller Mitglieder und unserer Glaubwürdigkeit sein, eine faire, sorgfältige Vorlage auszuarbeiten. Sie wird sicher keine Kampfschrift gegen die Fusionsinitiative werden. Wir zeigen Chancen und Risiken auf.

Wie werden Sie Ihre persönliche Haltung öffentlich vertreten?

Wenn wir Regierungsmitglieder an Podien zu streiten begännen, wäre das schlecht für den Zusammenhalt. Ich werde aber selbstverständlich bei verschiedensten Gelegenheiten meine Überzeugung, warum die Fusionsinitiative gut ist, darlegen: erstens, weil es ein Aufbruchprojekt ist. Zweitens, weil ich überzeugt bin, dass wir keine Identität verlieren. Gemeinden werden ihre Kultur bewahren können. Da habe ich keine Angst. Und drittens überzeugt mich an der Initiative, dass es kein Blankoscheck ist, sondern vor einem definitiven Entscheid in einem geordneten Prozess Grundlagen geschaffen werden.