Reinach
Vandalen wüten im Leywald

Die Märchenfiguren entlang des Skulpturenwegs wurden mit Farbe beschmiert und teilweise zerstört

Caspar Reimer
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Die Märchenfiguren entlang des Skulputenwegs wurden Opfer von Vandalen.

Die Märchenfiguren entlang des Skulputenwegs wurden Opfer von Vandalen.

Juri Junkov

In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai sind mehrere Holzskulpturen entlang des Reinacher Skulpturenwegs im Leywald mit schwarzer Farbe beschmiert worden. «Es hat immer wieder mal kleinere Beschädigungen gegeben. Die Nase des Pinocchios musste etwa schon einige Male ersetzt werden. Vandalismus in diesem Ausmass haben wir aber noch nie erlebt», sagt die für Kultur zuständige Bürgerrätin Daniela Grieder. So wurde etwa die Eule mit der Zeichnung eines männlichen Geschlechtsteils verunstaltet, diverse Skulpturen sind mit dem Anarcho-Symbol besprüht worden.

Dabei ist der seit 2005 etappenweise erstellte, mittlerweile ein Kilometer lange Skulpturenweg der ganze Stolz der Bürgergemeinde und Anziehungspunkt für Gross und Klein. Wer den Skulpturenweg entlang spaziert, taucht ab in eine Märchenwelt: Hans im Glück, der Froschkönig oder Schneewittchen und die sieben Zwerge säumen den Weg.

55 Skulpturen wurden von unterschiedlichen Künstlern angefertigt. «Die Bürgergemeinde investiert nebst viel Herzblut und Engagement immense Summen in den Reinacher Wald und möchte diesen für die Bevölkerung zum Erholungsgebiet machen. Die Nachricht der Zerstörung hat uns zutiefst schockiert», teilte die Bürgergemeinde mit.

Der Präsident der Bürgergemeinde, Peter J. Meier, erzählt: «Ein Forstmitarbeiter hatte die Schmierereien entdeckt. Er hatte bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. Als Besitzer des Areals musste die Bürgergemeinde die Anzeige unterschreiben.» Bei der Polizei waren zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Anzeigen wegen Schmierereien anderenorts eingegangen – so etwa beim Kindergarten Bodmen.

500 Franken Belohnung

Jede einzelne Skulptur ist ein kleines Kunstwerk für sich. Der nun angerichtete Schaden sei zwar finanziell nicht zu beziffern, doch gewisse Figuren dürften unwiederbringlich verschandelt sein. «Bei einigen Skulpturen hat der Regen zum Glück die Farbe wieder etwas ausgewaschen. Aber andere wurden an heiklen Stellen beschmiert. Würde man die Farbe abschleifen, ginge das Kunstwerk kaputt», sagt Meier bei der Begutachtung des Weges.

Die Bürgergemeinde wird nun eine Bestandsaufnahme machen und retten, was zu retten ist. Sie hofft zudem auf die Mithilfe der Bevölkerung, um die Täterschaft zu finden. Wer den oder die Täter erwischt, dem zahlt die Bürgergemeinde 500 Franken: «Zur Strafe werden die Täter zu einem Arbeitseinsatz im Wald aufgeboten. Es gibt hier genug zu tun», so Meier.