Baselland
Verwaltung Kantonsspital und Psychiatrie werden personell getrennt

Vor vier Jahren wählte die Baselbieter Regierung sieben Personen sowohl in den Verwaltungsrat des Kantonsspitals als auch in das Führungsgremium der Psychiatrie. Bei der Neuwahl Anfang 2016 sollen die Verwaltungen wieder personell getrennt werden.

Christian Mensch
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Spannend wird, ob es zu einer Wiederwahl von Jacqueline Martin kommt.

Spannend wird, ob es zu einer Wiederwahl von Jacqueline Martin kommt.

Schweiz am Sonntag

Vor vier Jahren konnte nicht genug Gemeinsamkeit sein: Die Baselbieter Regierung wählte gleich sieben Personen sowohl in den Verwaltungsrat des Kantonsspitals (KSBL) als auch in das Führungsgremium der Psychiatrie Baselland – als folge auf die Verselbstständigung sogleich die Fusion der beiden Baselbieter Gesundheitsinstitutionen.

Nun will Gesundheitsdirektor Thomas Weber die Neuwahl auf Anfang 2016 nutzen, um die Gremien personell zu trennen, wie verschiedene Quellen bestätigen. Bis zum 16. Oktober haben die bisherigen Verwaltungsräte und neue Kandidaten ihre Bewerbung für eine nächste Periode einzureichen. Diese Woche liess Weber Stellenanzeigen schalten, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete. Die Bewerbungsdossiers sind bei ihm persönlich einzureichen.

In ruhigerem Fahrwasser befindet sich die Psychiatrie Baselland, die von Alice Scherrer-Baumann präsidiert wird. Sie wird dem Gremium wahrscheinlich ebenso treu bleiben wie der Psychiater Renato Marelli. Dieter Völlmin, der sich wie Isabel Frey auf Anfrage nicht äussern will, ist zwar nicht mehr KSBL-Verwaltungsrat, jedoch wiedergewählt im Bankrat der Kantonalbank. Ausscheiden wird der Arzt Werner Zimmerli, der sich auf sein Mandat beim Kantonsspital konzentrieren will. Gemäss Stellenbeschrieb sollen vor allem Frauen das Gremium ergänzen. Diese sind mit zwei von sieben Mitgliedern bisher unterrepräsentiert.

Grössere Spannung verspricht die Besetzung des Spitalverwaltungsrates. Immerhin gilt es in den nächsten Jahren, entweder die Fusion mit dem Unispital Basel zum Gelingen zu bringen oder im Fall eines Scheiterns eine Alternativplanung in Reserve zu haben. Unbestritten scheint Verwaltungsratspräsident Werner Widmer, der das Amt nach den Wirren um die Absetzung von Spitaldirektor Heinz Schneider im Frühjahr 2014 von Dieter Völlmin übernommen hat. Ausscheiden werden wohl Alice Scherrer und Renato Marelli, die in der Psychiatrie Baselland das Präsidium und das Vizepräsidium besetzen.

Interessant wird, ob es zu einer Wiederwahl von Jacqueline Martin kommt. Sie gehört zwar erst seit dem 1. August 2014 dem Gremium an, doch als Leiterin des Ressorts Pflege ist sie Mitglied der Unternehmensleitung des Universitätsspitals Basel (USB), dem potenziellen Fusionspartner. In der Ausschreibung steht jedoch ausdrücklich, «ihre berufliche Tätigkeit bringt Sie nicht in Interessenkonflikte mit dem Kantonsspital Baselland».

Weber, so ist zu vernehmen, will das Verfahren ganz korrekt nach den Regeln der Corporate Governance abwickeln. Dies nicht zuletzt, weil Finanzdirektor Anton Lauber (CVP) parlamentarisch gerüffelt wurde, da er die Neubesetzung des Bankrats weitgehend der Bank selbst überlassen hat.