Arboldswil
Verwaltungsfusion wird an der Urne entschieden

Das Referendumskomitee in Arboldswil findet den knappen Entscheid über den Dienstleistungsverbund mit Titterten nicht repräsentativ. Deshalb wird noch einmal an der Urne abgestimmt.

Otto Graf
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Kenneth Nars

Was in den drei Gemeinden Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen seit vielen Jahren problemlos funktioniert – eine gemeinsame Verwaltung –, lässt sich in Arboldswil und Titterten nicht so einfach bewerkstelligen.

Zwar haben vor einem Monat beide Kommunen einem entsprechenden Vertrag zugestimmt. Folglich würden sämtliche Dienstleistungen, wie sie von einer Gemeindeverwaltung erwartet werden können, ab 1.Oktober 2012 für beide Kommunen in Titterten angeboten.

Knapper Entscheid

Während die Stimmberechtigten von Titterten die Vorlage mit 33 gegen 2 Stimmen klar guthiessen, gab es zuvor im Nachbardorf mit 29 zu 27 Stimmen nur ein hauchdünnes Mehr für den angestrebten Verbund. Angesichts des knappen Resultats formierte sich um Josua Oehler, Johannes Sutter und Petra Lüscher ein Referendumskomitee. Dieses brachte in nur zwei Wochen 138 Stimmen zusammen. Nötig gewesen wären 40. Am 22. Dezember 2011 nahm die Gemeindeverwaltung die Unterschriftsbogen entgegen.

Zu den Beweggründen, das Referendum zu ergreifen, gab Josua Oehler, ehemals Rektor der Gewerblich-industriellen Berufsschule Liestal, mehrere Antworten. Die Differenz von nur 2 Stimmen beruhe auf einem Zufall. Der Entscheid, so Oehler, sei deshalb nicht repräsentativ für alle knapp 400 Stimmberechtigten. Ausserdem sei an der Gemeindeversammlung die unterschiedliche Ausgangslage von Arboldswil zu wenig klar zum Ausdruck gebracht worden.

Zu wenig ausgewogen

«Es muss für beide Seiten ein Geben und ein Nehmen sein», bekräftigte er. Während Titterten pro Jahr rund 40000 Franken einsparen würde, sei für Arboldswil kein Mehrwert ersichtlich, rechnete Oehler vor. Insgesamt sei die Neuregelung mit einer Personalaufstockung der reinen Verwaltung von
2 auf 2,5 Vollzeitpensen verbunden, dies bei 965 Einwohnern. Rünenberg, Zeglingen und Kilchberg mit 1400 Köpfen hingegen kämen mit 1,8 Stellen aus.

Schliesslich, gab er zu verstehen, habe sich das bisherige Modell der Kooperation mit einem gemeinsamen Verwalter in der Person von Hans Peter Aebischer durchaus bewährt. Auch in den Bereichen Schule, Feuerwehr und Strassenunterhalt arbeite man eng zusammen. Dass der Gemeinderat den Dienstleistungsverbund unter anderem mit der Pensionierung des Gemeindeverwalters auf Ende 2012 begründet, dürfe nicht überbewertet werden.

Das Referendumskomitee sei, wie der Gemeinderat, für Neuerungen offen, sagte Josua Oehler weiter. Fusionen zwischen den Gemeinden seien gegenwärtig zwar noch nicht absehbar. Doch Zusammenschlüsse, mahnte er, würden sich nur in einem grösseren Verband als politisch und finanziell sinnvoll erweisen. Denkbar sei etwa ein Gebilde namens «Hinteres Frenketal» oder gar aus sämtlichen Gemeinden des Bezirks Waldenburg.

Rolf Neukom, Gemeindepräsident von Arboldswil, weilt derzeit im Ausland und konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.