Champions Legue
Vier Mann im Offside: Wie Schiri Tagliavento Partei für Schalke ergriff

Schalke war gegen Basel die bessere Mannschaften. Das ändert nichts daran, dass der FCB von Schiedsrichter Paolo Tagliavento krass benachteiligt wurde. Der italienische Unparteiische verpfiff sich mal für mal.

Marcel Kuchta
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Als das Verhängnis seinen Anfang nahm: Schiedsrichter Paolo Tagliavento zeigt Basels Ivan Ivanov die rote Karte. Es ist die 28. Minute. Ivanvo kann es nicht fassen.
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Schiedsrichter Paolo Tagliaventos lockeres Verhältnis zur roten Karte
Immer wieder im Zentrum des Geschehens: Schiri Paolo Tagliavento.
Paolo Tagliavento zeigt gerne rot: Hier trifft es Portos Cristian Rodriguez.
Und auch Zlatan Ibrahimovic blieb nicht verschont. Der Stürmerstar von Paris St. Germain wurde im Februar 2013 vom Italiener frühzeitig unter die Dusche geschickt.
Im Februar 2011 traf Tagliaventos Strenge Roma-Verteidiger Nicolas Burdisso.
September 2012: Ajax-Goalie Kenneth Vermeer fällt aus allen Wolken als Schiri Tagliavento auf den Penaltypunkt zeigt.

Als das Verhängnis seinen Anfang nahm: Schiedsrichter Paolo Tagliavento zeigt Basels Ivan Ivanov die rote Karte. Es ist die 28. Minute. Ivanvo kann es nicht fassen.

Keystone

Wer sich nach Niederlagen über die Schiedsrichterleistung beklagt, wird gerne als schlechter Verlierer gebrandmarkt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der FC Basel gestern auch ohne den negativen Einfluss des Unparteiischen Paolo Tagliavento und dessen Assistenten an den Seitenlinien kaum Land gesehen hätte gegen Schalke 04.

Trotzdem drehten sich die Diskussionen nach der 0:2-Niederlage und dem Ausscheiden aus der Champions League im Lager der Basler verständlicherweise hauptsächlich um die Leistung der italienischen Schiedsrichter. Der Name «Tagliavento» lässt sich frei als «grosser Wind» übersetzen. Unter dem Strich war der FCB in vier Szenen mehr oder weniger klar benachteiligt und letztlich vom grossen Wind verweht worden:

28. Minute: Marco Streller setzt sich im Zweikampf gegen Benedikt Höwedes durch und wird dann von Schalkes Captain umgerissen. Tagliavento zeigt gelb, hätte Höwedes bei strengerer Auslegung (Notbremse?) auch des Feldes verweisen können.$

31. Minute: Drei Minuten später stellt sich Schalke-Stürmer Adam Szalai im Zweikampf gegen Ivan Ivanov sehr schlitzohrig an und lässt sich geschickt fallen. Tagliavento taxiert die Aktion des Basler Innenverteidigers diesmal als «Notbremse» und zeigt Rot. Der erste Fehlentscheid.

41. Minute: Kevin-Prince Boateng begeht nach einem Befreiungsschlag ein glasklares, absichtliches Handspiel, bei welchem es nur ein Verdikt geben kann: Gelb. Nicht bei Tagliavento. Er lässt den Schalker unglaublicherweise ungestraft davonkommen.

57. Minute: Die Mutter aller Fehlentscheidungen: Bei einem Freistoss der Schalker rückt die ganze FCB-Defensive auf. Vier Spieler der Heimmannschaft stehen deutlich im Abseits. Alle sehen es, nur der Assistent an der Seitenlinie nicht. Tagliavento lässt das Spiel weiterlaufen. Die Konsequenz ist fatal: Joel Matip trifft zum 2:0. Die Entscheidung. Fabian Frei sagte nach dem Spiel: «Ich weiss nicht, wie viele Spieler man noch offside stellen muss. Wie kann man das nicht sehen? So etwas geht nicht.»

Ein emotional sichtlich aufgewühlter FCB-Trainer Murat Yakin sah neben der offensichtlichen Ungerechtigkeit beim zweiten Gegentor den Knackpunkt der Partie beim Platzverweis gegen Ivanov: «Diese rote Karte hat uns aus dem Gleichgewicht gebracht. Dabei ist doch deutlich zu sehen, wie sich Szalai fallen lässt.» Paolo Tagliavento hatte an diesem Abend allerdings eine andere Sicht der Dinge.