Ungewöhnlich
Vier Pianisten geben ein Open-Air auf der Sissacherfluh

Das Gershwin Piano Quartet spielt morgen Freitag unter freiem Himmel auf der Sissacherfluh – ein experimentelles Hörerlebnis.

Andrea Mašek
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Das offizielle Gruppenbild täuscht: Das Gershwin Piano Quartet spielt am Freitag nicht im Konzertsaal.

Das offizielle Gruppenbild täuscht: Das Gershwin Piano Quartet spielt am Freitag nicht im Konzertsaal.

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Vier Flügel auf der Sissacherfluh. Vier Pianisten. Um sie herum sitzen die Zuhörerinnen und Zuhörer, verzaubert von dieser ungewöhnlichen Aussicht und dem speziellen Open-Air. Dieses Bild hatte Kitty Schaertlin vor sich, als sie zusammen mit Künstlerkollege Peter Thommen das Rahmenprogramm der Ausstellung «Aussichten» besprach. In der Folge fragte sie das bekannte Gershwin Piano Quartet an. Morgen Freitagabend wird das Konzert Realität – sofern es nicht regnet.

«Es ist ein Experiment», sagt Organisatorin Schaertlin. Das Konzert dürfe ruhig als «Sensation» bezeichnet werden, obwohl das Quartett bereits einmal unter freiem Himmel gespielt hat, im Libanon: Pianist Mischa Cheung erinnert sich noch daran, wie unter der heissen Sonne in der Akropolis von Baalbek der Lack der Flügel geschmolzen ist. Was auf der Sissacherfluh am Freitagabend passieren wird, kann niemand vorhersagen. Das macht das Unternehmen für alle spannend, bis zum Schlusston.

«Eine Heidenarbeit»

Schüler und Meister

Das Repertoire des Gershwin Piano Quartet geht über Gershwin und Klassik hinaus. «Wir loten die Grenzen zum Jazz und Pop aus, behalten aber den hohen musikalischen Anspruch bei», sagt Mischa Cheung. Das Publikum dürfe sich auf ein vielfältiges Programm freuen. Zur Aufführung kommen auch Stücke von Rachmaninow oder Prokofjew, Zeitgenossen von Gershwin. Als «Vorband» treten Schülerinnen und Schüler der Regionalen Musikschule Sissach auf, wo die Anfänge von Cheung liegen und wo sein Vater jahrzehntelang Klavier unterrichtete. Die Freude darüber war so gross, dass Cheung einen Gershwin-Song arrangiert hat, der vom Quartett zusammen mit drei Schülern gespielt wird.

Für den Transport, das Aufstellen und Stimmen der Flügel – gemäss Cheung eine «Heidenarbeit» – ist Bachmann am Freitag besorgt. Für einmal gibt es keine engen Türen und Gänge, die Probleme machen könnten. Aber der Lastwagen darf nicht in der Wiese einsinken. Dies sollen Paletten mit Schaltafeln verhindern. Das Organisationsteam um Schaertlin hat auch die Bänke, Verpflegung, Decken und ein Zelt besorgt – für alle Fälle. Im besten Fall spaziert das Publikum bei schönem Wetter auf dem Kunstweg hinauf zur Fluh und stimmt sich mit visueller Kunst ideal auf die akustische Kunst ein. Das sind für alle – Zuhörerinnen, Musiker und Kunstschaffende – wunderbare Aussichten.

Heute Donnerstag gibt die Nummer 1600 ab 16 Uhr Auskunft (unter «öffentliche Anlässe»), ob das Konzert stattfindet. Ausweichdatum ist der 25. Juni. Beginn ist um 18.30 Uhr. Ein Shuttlebus fährt ab 17 Uhr von der Wintersingerhöhe auf die Fluh. Das Konzert ist gratis. Die Hälfte des freiwilligen Auftritts geht an Iamaneh Schweiz.

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