Masseneinwanderungsinitiative
Volkswirtschaftsdirektor Weber: «Es ist ein Ja der einfachen Bevölkerung»

Für den Baselbieter Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber sind die Abstimmungsresultate zur Eneinwanderungsinitiative auf das Einkommen einer Gemeinde zurückzuführen. «Je weniger steuerkräftig eine Region ist, desto höher ist der Ja-Stimmen-Anteil.»

Matthias Zehnder
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Das Resultat zur Masseneinwanderungsinitiative ist ein Ja der einfachen Bevölkerung gegen ein Nein der begüterten Schichten, meint der Baselbieter Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber.

Das Resultat zur Masseneinwanderungsinitiative ist ein Ja der einfachen Bevölkerung gegen ein Nein der begüterten Schichten, meint der Baselbieter Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber.

Juri Junkov

Der Trend in Sachen Europa habe schon seit längerem gekehrt, meint der Baselbieter Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber. Angesprochen auf den Ausgang der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative stellt er einen interessanten Abspekt in den Vordergrund: «Die Abstimmungsresultate sich nach Einkommen gruppieren: Je höher die Einkommensverhältnisse sind in einer Region, desto höher ist der Nein-Stimmen-Anteil.»

Als Beispiel führt er die Gemeinde Birsfelden an. «Birsfelden stimmt sonst eher links mit der Stadt, hat am Sonntag aber Ja gestimmt.» Im Gegensatz dazu sei im Bezirk Arlesheim mit tendenziell höherem Steuersubstrat der Nein-Anteil dementsprechend höher. «Je ländlicher und je weniger steuerkräftig eine Region ist, desto höher ist der Ja-Stimmen-Anteil.» Es sei also ein Ja der einfachen Bevölkerung gegen ein Nein der begüterten Schichten.

Das Ja begründe sich wohl nicht durch den Dichtestress. «Es ist nicht das unmittelbare Erleben, das stört.» Es gehe eher um die finanzielle Bedrohung, den Lohndruck, eine vermutete Verteuerung von Kosten durch die Zuwanderung.

Die beiden Basel sind in der Meinung zur Masseneinwanderung gespaltet. Während Basle-Stadt klar Nein zur Initiative sagt, hat der Kanton Baselland die Initiative knapp angenommen. «Für das Verhältnis der beiden Basel heisst das nichts», meint Weber. Es sei einmal mehr das Bild, das sich auch bei der Theaterabstimmung abzeichnete. «Der Bezirk Arlesheim stimmt wie die Stadt, ländlichere Bezirke stimmen anders.»

Konsequenzen für die Fusionsabstimmung seht der Volkswirtschaftsdirektor keine - «die Fusionsabstimmung könnte aber genau so ausgehen».