Kampfjet-Deal
Vom Gripen-Deal können auch regionale Firmen profitieren

Falls die Schweiz den Gripen beschafft, fallen Gegengeschäfte an. Und mit diesen Gegengeschäften verkauft man Waffensysteme. Denn vom Gripen-Deal könnten auch regionale Firmen profitieren und hoffen somit zurecht auf ein Stück vom Gripen-Kuchen.

Daniel Haller
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Der von der Schweiz bezahlte Preis für die Beschaffung des Kampfflugzeuges Gripen E wird in Form von sogenannten Gegengeschäften an unsere Wirtschaft zurückfliessen.

Der von der Schweiz bezahlte Preis für die Beschaffung des Kampfflugzeuges Gripen E wird in Form von sogenannten Gegengeschäften an unsere Wirtschaft zurückfliessen.

Keystone

Mag die Beschaffung eines Kampfflugzeugs sicherheitspolitisch umstritten, und auch der militärische NutzKampfjet-Deal en des Gripen E Gegenstand von Diskussionen sein – fürs Business ist der Schweden-Vogel allemal gut.

Dies war die unmissverständliche Botschaft der Roadshow des Gripen-Herstellers Saab, die gestern im St. Jakob-Park in Basel rund drei Dutzend Firmenvertretern aus der Nordwestschweiz nahelegte, vom Deal zu profitieren: «Gripen. Hebt er ab, tun es ihm Hunderte von Schweizer Unternehmen gleich», verkündeten Saab und die Handelskammer beider Basel per Poster.

Köder für die KMU

Hintergrund: «Der von der Schweiz bezahlte Preis für die Beschaffung des Kampfflugzeuges Gripen E wird in Form von sogenannten Gegengeschäften an unsere Wirtschaft zurückfliessen», hiess es in der Einladung. Saab habe sich verpflichtet, bereits vor der Unterzeichnung des Gripen-Kaufvertrags Kompensationsgeschäfte über 300 Millionen Franken abzuschliessen.

Niels Fischer von Saab legte dar, wie Industrie-Unternehmen sich einen Teil dieses potenziellen Auftragsvolumens sichern könnten: Sie melden sich bei Saab an und werden dort mit ihren Produkten und Technologien in eine Datenbank eingespeist.

Wer nicht direkt an Saab liefern kann, für den sucht Saab dann weltweit im eigenen Netzwerk andere Abnehmer für indirekte Kompensationsgeschäfte. Damit würden sich für KMU, die sich ein Marketing in Fernost – Fischer nannte das Beispiel Malaysia – nicht leisten können, Tore zur weiten Welt öffnen.

Der CEO eine St. Galler Optikfirma, Werner Krüsi, betonte, dass sich daraus langfristige Beziehungen ergeben: Wer Komponenten für ein Waffensystem liefert, liefert auch für dessen spätere Modernisierung.

Business für ein Ja

«Erste Kontakte habe ich schon geknüpft», erklärte anschliessend Halil Cebeci, technischer Leiter der Waldenburger Rero AG. Zwar könne der Galvanik-Betrieb kaum direkt mit Saab ins Geschäft kommen, aber als Unterlieferant potenzieller Zulieferer hofft er auf Aufträge.

Für Richard Freimuth, Entwicklungsleiter bei Revue Thommen, würde der Einstieg ins Saab-Netzwerk Möglichkeiten bieten, neuere Generationen von Flugzeuginstrumenten abzusetzen, selbst wenn man nicht direkt das Cockpit des Gripen ausstatten könne.

Ziel von Saab sei es, noch bevor der Liefervertrag unterzeichnet ist, möglichst viele Gegengeschäfte zu akquirieren. Dass es Saab darum geht, den Boden für ein Ja im Parlament und an der Urne zugunsten zu bereiten, wurde nicht verheimlicht: Fischer lobte den Kampfjet als «verbesserte Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine». Schliesslich darf er hoffen, die Geschäftspartner würden dann für Saab lobbyieren.

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