Teure Billete
Vorzeitiges Aus für Kino-Preisoffensive

Keine Nachfrage? Kino in Basel wird wieder teurer. Betreiber Pathé stellt seine 9-Franken-Aktion ein

Bojan Stula
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Die Angelegenheit ist heikel. Auf Anfrage verweist Pathé-Schweiz-Geschäftsführer Antonio Annechiarico auf seinen Chef, der alleine in dieser Sache Auskünfte gebe. Das habe man so abgemacht, «weil wir natürlich auf solche Fragen der Presse bereits gewartet haben». Doch auch Brian Jones, der oberste Leiter des Kinobetreibers Pathé Schweiz, gibt sich wortkarg. «Die Aktion Pathé-Card war nicht erfolgreich. Deshalb stellen wir sie Ende Monat wieder ein. Wir haben es versucht, aber es bestand fast keine Nachfrage danach.»

Widersprüche um Aktionsdauer

Das überrascht aus zweierlei Gründen. Zum einen ist die Aktion 3 Kinoeintritte für je 9 Franken keine drei Monate alt. Erst am 4.Dezember vorigen Jahres lancierten die drei Basler Pathé-Häuser Küchlin, Eldorado und Plaza die verlockende Preisaktion mit grossflächigen Plakaten. Allgemein wurde sie als Kampfansage der Basler Kinos gegen rückläufige Besucherzahlen und die billigere Konkurrenz im grenznahen Ausland (Stichwort Kinopalast im Rheincenter Weil) angesehen. Um einen nachhaltigen Nutzen zu erzielen, hätte man die ganze Aktion wohl länger laufen lassen müssen.

Zum anderen behaupten mehrere regelmässige Kinogänger, dass die Kartenpakete für 27 Franken an den Kinokassen durchaus gefragt gewesen seien. Was wenig erstaunlich wäre, beträgt doch der reguläre Einzelkartenpreis an Basler Kinokassen zwischen 14 (Kindertarif) und 22 Franken (inklusive 3-D-Zuschlag). Das ergibt einen happigen Rabatt pro Einzelticket. Noch anfangs Januar betonte Pathé-Geschäftsführer Antonio Annechiarico gegenüber der bz, dass es sich bei der Pathé-Card «nicht um eine Aktion, sondern um ein dauerhaftes Angebot» handle, um wieder mehr Baslerinnen und Basler in die Kinos zu locken (bz vom 11.Januar). Heute bestreitet Annechiaricos Vorgesetzter Brian Jones diese Aussage: «Das haben wir so nie behauptet. Die Pathé-Card war nie als permanente Aktion angelegt.»

«Wir müssen in Basel etwas tun»

Tatsache ist, dass das Pathé-Kartenpaket für 27 Franken nur noch bis Ende Februar erhältlich ist. Die drei ermässigten Eintritte sind danach noch einen Monat gültig. Ende März wird also endgültig Schluss sein mit den Kinopreisen wie zu Grosspapis Zeiten. Insider der Kinoszene spekulieren, dass sich die Pathé-Card zwar gut verkauft hat, deswegen unter dem Strich aber nicht wesentlich mehr Menschen in die Basler Pathé-Kinos Küchlin, Eldorado und Plaza gegangen sind. Also wurde die Pathé-Card zum Verlustgeschäft. Brian Jones dementiert diesen Verdacht. «Es ist aber richtig, dass wir in Basel mit dem Geschäftsjahr 2010 nicht zufrieden sind.» Eine nächste Preisaktion sei aber bereits in Vorbereitung. «Wir müssen in Basel etwas tun.»