Waldenburg
Wermutstropfen fürs Stedtli – Marktstand verschwindet

«Waldenburg belebt» gibt den Marktstand beim Törli auf und muss das Angebot im «Lädeli» reduzieren.

Simon Tschopp
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Dernière am Samstag: der Marktstand beim Törli in Waldenburg.

Dernière am Samstag: der Marktstand beim Törli in Waldenburg.

zvg

Der Marktstand des Vereins «Waldenburg belebt» ist am Samstag zum letzten Mal in Betrieb. Seit vergangenem Dezember wurden beim Brunnenplatz vor dem Törli jeden zweiten Samstag regionale Produkte feilgeboten. In den ersten Monaten war das Angebot noch gefragt. Während und nach den Sommerferien gingen die Verkäufe aber sukzessive zurück, sodass die Verantwortlichen Mitte September entschieden, das Projekt abzubrechen.

Es lohnt sich nicht mehr

Heiko Kundlacz, ein Vereinsmitglied, betreut den Stand und holt das Gemüse auch jeweils bei den Produzenten ab. Claudia Tschudin, die Präsidentin von «Waldenburg belebt», erzählt:

«Zuletzt musste er die nicht verkauften Sachen wieder nach Hause nehmen oder sonst dafür sorgen, dass er sie unter die Leute bringt.»

Weil der Mann von diesem Business lebt, lohnt es sich für ihn nicht mehr, den Marktstand zu führen.

Laut Tschudin könnte auch Corona eine Rolle gespielt haben: Zu Beginn der Krise hatten viele regional und in der Nähe eingekauft. Als wieder ein wenig geöffnet wurde, hatten die Konsumenten wieder mehr Möglichkeiten, um ihre täglichen Einkäufe zu tätigen. Kommt hinzu, dass zwar zahlreiche Leute einen solchen Marktstand grossartig finden, ihn dann aber trotzdem nicht berücksichtigen.

Auch im «Lädeli» kein Gemüse

Zudem muss das «Lädeli», das am 4. September mit dem «Kaffi» in der alten Wacht eröffnet worden ist, sein Angebot einschränken. Ab sofort wird auch dort kein Gemüse mehr verkauft, das ebenfalls Kundlacz organisiert hat. Nun laufen Gespräche, ob künftig der Verein diese Aufgabe übernehmen könnte.

Auch wenn es sich «Waldenburg belebt» anders vorgestellt hat, wertet Claudia Tschudin die jüngste Entwicklung nicht als Rückschlag. Sie sagt:

«Wir haben eine Chance wahrgenommen. Wenn man ein Projekt anreisst, kann es sein, dass etwas nicht funktioniert und man nach anderen Lösungen suchen muss.»

Es sei ein stetiger Prozess, immer könne sich etwas wandeln und verändern. Dennoch: Sie hätten Waldenburg eine Zeitlang mehr beleben, von Leuten Ideen sammeln und Vorschläge aufnehmen können.

«Lädeli und Kaffi» werden weitergeführt. Vor allem das «Kaffi» sei gut frequentiert, freut sich die Vereinspräsidentin und betont:

«Wichtig ist, dass die Leute wissen, dass es weitergeht.»

Ende Oktober steht ein Herbstanlass an, einen Monat später eine Weihnachtsveranstaltung, wofür der Raum im Obergeschoss der alten Wacht speziell eingerichtet wird. Damit gehen erweiterte Öffnungszeiten einher: Neben den Mittwochnachmittagen kommen vereinzelt Samstage dazu.

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