Bahnschranke
Waldenburgbahn-Strecke: 13 Kilometer Lebensader und Gefahrenherd

Die Waldenburgerbahn hat gefährliche Bahnübergänge. Immer wieder verunfallen Autolenker schwer. Von derzeit 21 Übergängen sind 12 bereits mit Barrieren gesichert. Bis Ende 2014 werden vier weitere gesichert.

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Bei der Kollision verletzte sich die Autolenkerin schwer.

Bei der Kollision verletzte sich die Autolenkerin schwer.

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Die Waldenburgerbahn (WB) ist die Lebensader des Waldenburgertals. Doch das «Waldenburgerli» ist gefährlicher als andere Bahnen. Aber nicht etwa Rollmaterial oder Bahnhöfe - welche für mehr als 200 Millionen erneuert werden - sind das Problem: Dort, wo sich Strasse und Trassee ohne Sicherheitsbarriere kreuzen, prallen Zug und Autos immer wieder zusammen.

Offener Brief an WB-Führung

Erst letzten Donnerstag wurde in Niederdorf die Lenkerin eines blauen Citroën bei einer heftigen Kollision mit der WB schwer verletzt. In den letzten eineinhalb Jahren ist es auf der 13 Kilometer langen Strecke der Schmalspurbahn zu drei ähnlichen Unfällen gekommen - im April 2012 verstarb sogar eine 72-jährige Mitfahrerin eines verunfallten Lieferwagens. Der Fahrer wurde schwer verletzt.

Bereits am 23. Dezember 2012 kollidierte eine Autofahrerin ebenfalls in Niederdorf mit der WB. Anders als beim Unfall vom Donnerstag blieb es damals beim Blechschaden. «Wie viele Unfälle müssen noch geschehen, bis endlich alle Bahnübergänge der Waldenburgerbahn mit einer Barriere gesichert werden?», fragte damals Tobias Grossmann aus Lampenberg in einem Leserbrief.

Nach dem jüngsten Zwischenfall schrieben Martin und Sibi Wenger aus Niederdorf einen offenen Brief an die WB. Auch Sie stellen die gleiche Frage wie Grossmann: «Wie viele Schwerverletzte oder gar Todesopfer sind genug?» Seit 20 Jahren warten die Wengers auf den Bahnübergang. Sie fordern, dass die Verantwortlichen endlich «dem Amtsschimmel kräftig die Sporen geben.»

Darauf müssen die Wengers wohl keine 20 Jahre mehr warten. Bis Ende 2014 muss auch der Bahnübergang in Niederdorf mit einer Schranke gesichert werden. Dies schreibt der Bund für alle bisher ungesicherten Bahnübergänge vor: Sichern oder aufheben. Von derzeit 21 Übergängen sind 12 bereits mit Barrieren gesichert. Bis Ende 2014 werden vier weitere gesichert, darunter wohl auch der in Niederdorf.