Baselbieter Künstler
Walter Eglin: 125 Jahre alt und doch so modern

Zum 125. Geburtstag von Walter Eglin erscheint ein neues Buch, das die letzte Schaffensphase des bedeutenden Baselbieter Künstlers beleuchtet. In Liestal wurde es vorgestellt

Martin Stohler
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«Selbstporträt» Walter Eglin, Ölmalerei, Privatbesitz.

«Selbstporträt» Walter Eglin, Ölmalerei, Privatbesitz.

ZVG/Verlag Johannes Petri

Am Dienstag, 10. März, dem Tag, da Walter Eglin vor 125 Jahren geboren wurde, fand in der Kantonsbibliothek Liestal die Vernissage eines Buchs mit den letzten Werken des 1966 verstorbenen Baselbieter Künstlers statt. Dabei wurde das breite künstlerische Schaffen Eglins gewürdigt.

Adrian Ammann, Gemeindepräsident von Känerkinden, nutzte die Begrüssung des Vernissage-Publikums für einen engagierten Werbespot für das Känerkinder Walter Eglin-Museum, das jeweils am ersten Sonntag des Monats von 10 bis 12 Uhr geöffnet ist. In einem Grusswort dankte Regierungsrätin Monica Gschwind Toni Eglin, dem Sohn Walter Eglins, und allen, die an der neuen Publikation mitgearbeitet haben, und wünschte dem Buch einen «Logenplatz» auf zahlreichen Büchergestellen. Ihr Grusswort wurde von Moderator Thomas Schweizer verlesen – die Regierungsrätin befindet sich bekanntlich nach ihren Südtirolferien zu Hause in Corona-Quarantäne.

Das neue Eglin-Buch konzentriert sich ganz auf die Holzmonotypien, Werke, die der von einer schweren Krankheit geschwächte Künstler während der letzten Monate vor seinem Tod schuf. Wie diese Werke entstanden sind und was es mit ihnen auf sich hat, schilderten der Künstler Ruedi Pfirter und Toni Eglin in eindrücklichen Worten. Für die Holzmonotypien sammelte Walter Eglin Holzteile, die unterschiedliche Maserungen aufwiesen. Diese färbte er dann mit Druckerschwärze ein. In den so entstandenen Bildern erscheinen Tiere, surreale Mischwesen, Landschaften und Himmelserscheinungen. Im Vorwort des Buchs schreibt Toni Eglin zu den letzten Werken seines Vaters: «Einige seiner Holzmonotypien sind Erinnerungen an seinen Israel-Aufenthalt. Andere aber zeigen deutlich, dass er sich mit dem Tod auseinandersetzte. Zu spüren ist einerseits der angeschlagene Gesundheitszustand und anderseits das Himmelwärtsstreben. Deshalb kommen immer wieder Engel vor.»

Das Buch «Walter Eglin – Die Holzmonotypien» ist im Buchhandel erhältlich oder kann bei der Schaub Medien AG in Sissach (empfang@schaubmedien.ch) zum Preis von 32 Franken zuzüglich Versandkosten bezogen werden.