Schleifenberg
Warmlaufen für den Wind-Entscheid in Liestal

EBL und ADEV informierten die Bürgergemeinde Liestal über ihre Windkraftpläne am Schleifenberg – die Bürger entscheiden im Herbst.

Andreas Hirsbrunner
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Windenergie heisst die Zukunftsmusik auch in Liestal, hofft die Elektra Baselland. Ob das die Bürgergemeinde ebenfalls will, beschliesst sie im Herbst. (Symbolbild)

Windenergie heisst die Zukunftsmusik auch in Liestal, hofft die Elektra Baselland. Ob das die Bürgergemeinde ebenfalls will, beschliesst sie im Herbst. (Symbolbild)

Zur Verfügung gestellt

Eines kann man dem Liestaler Bürgerrat sicher nicht vorwerfen: Er informiere die Bürger zu wenig über die Windkraftpläne der Elektra Baselland (EBL) am Schleifenberg. So lud er zur Bürgergemeindeversammlung vom vergangenen Montagabend Vertreter der EBL und der ADEV, die am Projekt ebenfalls beteiligt ist, zu einer Informationsrunde ein und bietet in der ersten Septemberhälfte eine Führung vor Ort an.

Erst danach – exakt am 21. September – fällen die Liestaler Bürger dann den Grundsatzentscheid, ob die EBL ihre geplanten Windräder auf Bürgerland erstellen darf. Bürgerratspräsident Peter Siegrist machte vorgestern kein Geheimnis daraus, dass seine Behörde auf eine Zustimmung hofft, so wie es an den Bürgergemeindeversammlungen von Lausen und Sissach bereits geschehen ist. Denn der Standort Liestal mit vorgesehenen vier Windrädern – möglicherweise kommt das eine oder andere auch auf Boden von Füllinsdorf oder Arisdorf zu stehen – ist Teil des Windparks am Nordhang des Ergolztals. Siegrist sagte: «Wir haben grosses Vertrauen in die EBL und der Bürgerrat will der erneuerbaren Energie eine Chance geben.»

Tobias Andrist und Martin Strohmaier informierten die rund 90 Anwesenden über die EBL-Pläne. Insgesamt seien zwischen Liestal und Sissach sieben Windräder vorgesehen, wobei pro Windrad Strom für rund 1000 Haushalte produziert werde. Derzeit sei man am Auswerten der im April abgeschlossenen Lidar-Messungen; das ist eine Technik, bei der optische Impulse in die Atmosphäre abgegeben werden und aufgrund der reflektierten Signale Windgeschwindigkeit und Windrichtung berechnet werden können. Die eigentlichen Windmessmasten sollen im nächsten November aufgebaut und die Messungen im Mai 2017 abgeschlossen werden. Zum heutigen Wissensstand sagte Strohmaier: «Der Wind ist gut, aber wir kennen die Details noch nicht.»

Ohne Vertrag keine Investition

Auch zu möglichen Konflikten mit vorhandenen Mess- und Radarsystemen in diesem Raum sowie mit Brutvögeln insbesondere bei Sissach gibt es noch Abklärungsbedarf. Andreas Appenzeller von der ADEV meinte denn auch: «Diese Abklärungen sind teuer. Um sie machen zu können, brauchen wir Sicherheit. Deshalb ist ein Standortvertrag mit der Bürgergemeinde Grundvoraussetzung für weitere Investitionen.» So legt die EBL laut Tobias Andrist bis zum Zeitpunkt, an dem die Einwohnergemeinde über die notwendige Zonenplanänderung befindet, 1,4 Millionen Franken aus. In diesem Zusammenhang ein nicht ganz uninteressantes Detail: Während es für den Liestaler Bürgerrat ausser Diskussion steht, dass es für die Erstellung von Windrädern eine Zonenplanänderung braucht, wehrt er sich beim ebenfalls am Schleifenberg geplanten Baumwipfelpfad gegen ein solches Planungsverfahren. Dies, obwohl der Pfad mit den erwarteten, grossen Besucherströmen den Wald mehr tangieren dürfte als die Windräder.

Und was meinten die Bürger zu den geplanten Windrädern in Liestal? In der Diskussionsrunde überwogen zwar die kritischen Fragen und Voten, aber für ein aussagekräftiges Stimmungsbild reichten die paar Meinungsäusserungen nicht. Der Härtetest folgt für EBL und ADEV also im Herbst.

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