Präsifest
Watschen zum Auftakt des Präsidentenjahres von Hollinger

33 Jahre nach nach Cyrill Thummel feierte Aesch die 59-jährige FDP-Politikerin Marianne Hollinger als neue Landratspräsidentin und somit höchste Baselbieterin. Aesch feierte seine Landratspräsidentin auf dem Klushof und dem Löhrenacker.

Bojan Stula
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Einmarsch im Loehrenacker in Aesch.
10 Bilder
Landratspreesi-Fescht in Aesch
Urs Wüthrich.
Bruno Theiler, Vizepraesident von Aesch.
Der FC Aesch steht während dem ganzen Einmarsch im Loehrenacker Spalier.
Guy Morin.
Apero in der Klus von Aesch.
Hollinger auf dem Marsch von der Klus in die Loehrenacker Halle.
Hollinger mit Mitgliedern der BL-Regierung und Vize-Praesidentin Daniela Gaugler (mit roter Bluse).

Einmarsch im Loehrenacker in Aesch.

Roland Schmid

Schon am Vormittag bei ihrer Wahl im Landrat liess Marianne Hollinger keinen Zweifel aufkommen, dass sie ihr Amtsjahr als höchste Baselbieterin dem Gebot des Ausgleichs und der Zusammenarbeit unterordnen möchte: »Bei mir erübrigt sich die Frage, wie viele Hüte ich anhabe. Es gibt nur einen: den Baselbieter Hut!»

Als sich die 59-jährige FDP-Politikerin vor dem Parlament tatsächlich einen solchen aufsetzte, war die Erheiterung in allen Fraktionen gross.

Folgerichtrig lautete «Zämmehebe» das Motto des glänzenden Fests, den die Gemeinde Aesch gestern Abend auf dem Klushof und später in der Mehrzweckhalle Löhrenacker zu Ehren der neuen Landratspräsidentin gab.

Einen grossen Auftritt hatte dabei die Nachwuchsabteilung des FC Aesch, einem der führenden Fussballausbildungsvereine der Region. Zur Überraschung der über 650 Gäste, die nach dem Apéro inmitten der Aescher Rebberge den Fussweg zum Löhrenacker genommen hatten, bildeten die Juniorinnen und Junioren vor dem Halleneingang ein langes Spalier und klatschten jeden der vorbeikommenden Festteilnehmer einzeln ab, ganz egal, ob es sich dabei um den höchsten Basler Guy Morin, den neuen Baselbieter Regierungspräsidenten Urs Wüthrich, Ständerat Claude Janiak oder einen der unzähligen übrigen Würdenträger handelte.

Es wäre gestern Abend beinahe ein Ding der Unmöglichkeit gewesen herauszufinden, welche Regierungs-, National-, Land- und sonstigen Räte sich nicht unter der Festgemeinde befinden.

Hollinger selbst war der Stolz über dieses Fest deutlich anzusehen - den unbestrittenen Höhepunkt ihrer bisherigen kommunalen und kantonalen Politkarriere.

Aber auch die Nachwuchsvolleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen hatten im Service alle Hände voll zu tun, bis sie die annähernd 700 Portionen Schweinsnierstücke «à la mode Durchstich» und die Baselbieter «Beeri-Träumli» zum Dessert verteilt hatten. Kein Wunder ging das ziemlich speditiv vor sich, passte doch OK-Chef Werner Schmid, Garagist und Mäzen des Elite-Volleyballvereins wie ein Heftlimacher auf, dass alle zeitig zu ihrem Festessen kamen.

Weder Anton und Karl von Blarer im 19. Jahrhundert, noch Karl Häring nach dem Ersten Weltkrieg und zuletzt 1980 Cyrill Thummel, die vier bisherigen Landratspräsidenten aus Aesch, dürften einen ähnlich rauschenden Festempfang erlebt haben.

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