Lindenplatz Allschwil
Weg mit dem Rasen – Her mit dem Spielplatz

Der Lindenplatz in Allschwil werde mit einem Mergelbelag flexibler nutzbar, sagen die Befürworter des Umbaus.

Michel Ecklin
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Visualisierung: der sanierte Lindenplatz soll viel Platz bieten.
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Visualisierung: der sanierte Lindenplatz soll viel Platz bieten.
Visualisierung: der sanierte Lindenplatz soll viel Platz bieten.

Visualisierung: der sanierte Lindenplatz soll viel Platz bieten.

zvg

Was wurde in den vergangenen Jahren nicht alles geplant am Allschwiler Lindenplatz: Es gab eine Potenzialstudie, eine Petition, eine Bevölkerungsumfrage, einen abgelehnten Kredit, einen «Meilensteinplan», einen Studienauftrag, einen Wettbewerb und unzählige Informationsanlässe für die Bevölkerung. Das Ergebnis ist das Projekt, über das die Allschwiler am 27. September abstimmen. Die Idee dahinter: «Der Platz soll bespielbar werden», wie Lars Uellendahl sagt, der am Siegerwettbewerb mitgewirkt hat.

Anstelle der Hecken an den Rändern, den geteerten Wegen und dem Rasen soll der Platz durchgehend einen Mergelbelag erhalten. Zwar soll es an den Rändern weiterhin Sitzgelegenheiten und einen Spielplatz geben, und der Brunnen wird durch ein Wasserspiel ersetzt, der Kiosk an den Südwestzipfel versetzt. Einige Bäume sollen gefällt und noch mehr neue gepflanzt werden, auf Gebüsch wird verzichtet. Aber im Zentrum des neuen Platzes steht eine offene Fläche. Darauf ist ein wöchentlicher Markt vorgesehen. Den Planern schweben als weitere Bespielungen Feste oder ein Open-Air-Kino vor.

Keine Opposition im Einwohnerrat

«Das Projekt lässt Flexibilität für zukünftige Nutzungen zu», sagt SP-Einwohnerrat Etienne Winter. Nicht zuletzt soll der Lindenplatz nach der Sanierung Offenheit ausstrahlen. Er hat nämlich die gleiche Fläche wie der Basler Marktplatz. Nur sieht man ihm die Grösse hinter den Bäumen und Hecken und dem Kiosk kaum noch an, wie SP-Einwohnerrat Christian Stocker anmerkt. Im Einwohnerrat stimmten alle Fraktionen für die 3,1 Millionen Franken für den Umbau. Doch eine lose Gruppe ergriff das Referendum. Ihr Hauptkritikpunkt: Der Mergelbelag, der den Platz durchgehend bedecken soll.

Die Kritiker vermissen den heutigen Rasen und die Bepflanzungen – was die Befürworter des Umbaus umgehend kontern: «Mergel ist ein natürlicher Bodenbelag», sagt Stocker. Er vergleicht Mergel mit einem Waldweg: «In der Mitte, wo nicht gefahren wird, wächst rasch vieles.» Das werde auch auf den weniger genutzten Flächen des neuen Lindenplatzes geschehen. «Das ist ökologischer als gewässerter, gedüngter Rasen», fügt Uellendahl hinzu.

Nicht undenkbar ist, dass es rund um die Bäume in Form von Patenschaften auch Pflanzen gibt. «Es wird am Anfang ein Ausprobieren sein, wie viel der Platz erträgt», sagt Winter. Die Umbaubefürworter machen aber auch klar: Einen Rasen wie bisher, das wird es auf dem Lindenplatz nach einem Ja am 27. September nicht mehr geben.