Breitenbach
Wegen Einsprache muss Überbauung noch warten

Eine Einsprache blockiert die geplante Überbauung des ehemaligen Isola-Areals. Die Renaturierungsarbeiten an der Lüssel sind aber bereits gestartet worden.

Philipp Felber
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Die Lüssel renaturieren, alte Gebäude umnutzen, drei Neubauten kommen hinzu: Das ehemalige Isola-Areal in Breitenbach befindet sich im Umbruch.

Die Lüssel renaturieren, alte Gebäude umnutzen, drei Neubauten kommen hinzu: Das ehemalige Isola-Areal in Breitenbach befindet sich im Umbruch.

20 000 Quadratmeter Baufläche, Coop und Raiffeisen als Ankermieter: Auf dem ehemaligen Isola-Areal in Breitenbach soll ein neuer Dorfteil entstehen. Eine Einsprache blockiert jedoch momentan den Baustart des sogenannten Lüssel-Parks. «Wir sind zuversichtlich, dass die Einsprache in den nächsten Wochen gütlich beigelegt werden kann», sagt Philipp Logo, Projektleiter des Lüssel-Parks.

Die Einsprache sei nach Ostern beim Solothurner Baudepartement angekommen, bestätigt Barbara Röthlisberger, Leiterin Administration im Baudepartement. Dies nachdem die Gemeinde Breitenbach abschlägig über die Einsprache befunden hatte. Der Entscheid des Baudepartements kann im Anschluss ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Die letzte Instanz: das Bundesgericht.

40 000 Tonnen Material

Trotzdem sind die Bagger auf dem Areal bereits aufgefahren: Die bereits bewilligten Bauarbeiten an der Lüssel, die Uferumgebung sowie Sicherungsarbeiten an bestehenden Gebäuden wurden bereits aufgenommen. Abgeschlossen sind hingegen die Sanierungsarbeiten auf dem Areal.

«40 000 Tonnen Material mussten wir abtransportieren. Einiges davon war so stark kontaminiert, dass wir es nach Holland in spezielle Verbrennungsanlagen bringen mussten», sagt Logo. Die unschönen Spuren der Isola-Werke, die elektrotechnische und keramische Erzeugnisse aller Art herstellten, wurden damit beseitigt.

«Für die Gemeinde ist die geplante Überbauung ein Glücksfall», sagt der Breitenbacher Gemeindepräsident Dieter Künzli. Denn mit dem Lüssel-Park werde die Industriebrache im Dorfzentrum beseitigt. Erfreut zeigt sich Künzli auch ob der Idee, dass die Lüssel renaturiert und für die breite Bevölkerung geöffnet werden soll. Zudem werde der Coop ein Anziehungspunkt für das neue Quartier sein.

«Wohnungsmarkt mit Potenzial»

Geplant sind auf dem Areal nicht nur Neubauten: Zwei ehemalige Betriebsgebäude sollen zu Lofts sowie Maisonette-Wohnungen umgebaut werden. Dazu soll bestehender Lagerraum als Tiefgarage umgenutzt werden. Drei Neubauten mit vier bis neun Stockwerken sollen dazu kommen.

«Was mich optimistisch stimmt: Bis jetzt haben wir noch jede Wohnung vermieten können», sagt Künzli. Die Abklärungen hätten ergeben, dass der Wohnungsmarkt in Breitenbach noch Potenzial habe, sagt Philipp Logo. Das langfristige Ziel seien drei Bauetappen mit insgesamt zirka 180 Wohnungen, so Logo.

In der ersten Etappe sollen 55 Wohnungen gebaut werden, vornehmlich 2,5-Zimmer- und 3,5-Zimmer-Wohnungen. Das Bundesamt für Statistik gibt für den 1. Juni 2016 59 leerstehende Wohnungen in Breitenbach an. Die Anzahl der leerstehenden Wohnungen ist seit 2012 stetig gestiegen.

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