Liestal
Wegen Rauchverbot: Die In-Kneipe Sportbar ist Geschichte

Am 7. Januar endete eine Ära. Die Sportbar in Liestal hat ihre Tür verriegelt. Seinen Anfang nahm das Verhängnis am 1. Mai, als das Rauchverbot im Baselbiet Gültigkeit erlangte.

Lucas Huber
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«Wir hatten einen super Start, Januar bis April lag deutlich über dem Budget – doch dann ging es schlagartig abwärts», erinnert sich Dany Scheidegger, bis zur «Ustrinkete» vergangenes Wochenende Geschäftsführer der Sportbar.

Ähnlich ging es weiter: «Jedes Mal, wenn wir dachten, die Talsohle wäre erreicht, kam es noch schlimmer. Für die Unterhaltungsgastronomie ist das Rauchverbot tragisch.» Zuletzt hatte man gar mit Preissenkungen versucht, das Publikum anzulocken – vergebens. Nun hat die Beresta-Gruppe, langjährige Pächterin der Sportbar, den Stecker gezogen und den Ende März auslaufenden Pachtvertrag nicht verlängert. «Es machte für uns einfach keinen Sinn mehr», erklärt sich Roland Högger, Mitglied der Geschäftsleitung.

Selbstredend ist nicht einzig das Rauchverbot am Niedergang schuld. Högger erwähnt die neue Kaserne, durch die man sich einen Zuwachs an militärischer Kundschaft erhofft hatte – «aber auch das war enttäuschend», schliesst er.

Herumlungern vor dem Denner

Scheidegger sieht zudem im veränderten Konsum- und Sozialverhalten der Heranwachsenden, die ein elementares Kundensegment darstellen, einen Auslöser. Während die Jugendlichen ihr Bier früher in der Sportbar tranken, lungerten sie heutzutage vor dem Denner rum, moniert Scheidegger. Ausserdem hätte man sich früher in der Beiz getroffen, um zu schwatzen und seine Probleme zu bereden – «heute postet man seine Probleme auf Facebook – und die Beiz wird überflüssig».

Wenn man früher in Liestal fragte, wo man sich treffe, lautete die Standardantwort Sportbar. Mit Oktoberfesten, Hexenbällen, Schaum- und Beachpartys und vor allem Fussballspielen auf Grossleinwand hat die Beiz fulminante Zeiten erlebt, zur Feierabendzeit musste man sich glücklich schätzen, noch einen Platz zu ergattern. Sogar aus Basel kamen die Fans, um in der Sportbar Fussball zu sehen.

Ob sich ein neuer Pächter findet, ist derzeit noch offen. Gemäss Scheidegger steht eine Sanierung ins Haus, die auch die Höhe des Pachtzinses tangiert und nicht gerade für die Weiterführung der Wirtschaft spricht. Ausserdem käme es dem Eigentümer Gerüchten zufolge gar nicht so ungelegen, wenn an der Rheinstrasse 4 zu Liestal künftig gar keine Gastronomie mehr betrieben würde. Für eine Stellungnahme war er nicht zu erreichen.