Gartenbad
Wegen Spardruck: Reinach kappt den Sprungturm

Das Gemeindeparlament von Reinach setzt beim Sanierungs-Projekt der Badi den Sparhebel an: Drei Millionen Franken sollen eingespart werden. Der Sprungturm könnte dadurch ins Wasser fallen.

Alexandra Burnell
Merken
Drucken
Teilen
Geht es nach dem Reinacher Gemeindeparlament, so wird es mit dem Abheben im Gartenbad nach dessen Sanierung vorbei sein.

Geht es nach dem Reinacher Gemeindeparlament, so wird es mit dem Abheben im Gartenbad nach dessen Sanierung vorbei sein.

heinz duerrenberger

Der Spardruck in der Gemeinde Reinach macht auch nicht vor dem Gartenbad halt. Bei den geplanten Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten des Gartenbads sollen rund 3 Millionen Franken eingespart werden. Das beschloss der Reinacher Einwohnerrat am Montag in der zweiten Lesung zur Vorlage «Gartenbad plus» mit 24 zu 11 Stimmen. Nicht 11,3 Millionen Franken wie in der Vorlage des Gemeinderats vorgeschlagen sollen die Arbeiten kosten, sondern 8,5 Millionen Franken.

Prioritär behandelt werden vor allem die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten. Denn unter anderem ist das Mehrzweckbecken undicht, diverse ältere Gebäude wie die Garderobe weisen gewichtige Baumängel auf und die Wasseraufbereitungsanlage mit Chlorgas entspricht nicht mehr den heutigen gesetzliche Anforderungen und stellt dadurch ein Risiko dar.

Bei den Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Gartenbads wird aber gespart. So fallen unter anderem der Fünfmeter-Sprungturm mit separatem Becken, der Neubau des Restaurants und die Wassererwärmung durch Solarenergie dem Rotstift zum Opfer.

«Mut zum Sparen»

Der Einwohnerrat unterstützte mit seinem Entscheid mehrheitlich den Antrag der Sachkommission für Bau, Umwelt und Mobilität (BUM), die die Kürzung vorschlug. «Aufgrund der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde und der eher pessimistischen Voraussagen für die Zukunft schlagen wir eine Reihe von Anpassungen vor mit dem Ziel, das Gartenbad einerseits für die nächsten Generationen zu sichern und andererseits den Investitionsbedarf erheblich zu reduzieren», schreibt die BUM in ihrem Bericht. Und Markus Huber, Vize-Präsident der BUM ergänzte: «Wir plädieren für Mut. Mut zum Sparen.» Man müsse nicht immer alles und dann auch noch das Beste haben, hatte Huber bereits bei der ersten Lesung des Geschäfts Mitte März gemahnt.

Besonders die Einsparung des Sprungturms sorgte im Gemeindeparlament für Gesprächsstoff. Während die Fraktionen FDP/GLP, SVP und BDP das Sparen höher gewichteten als den Sprungturm, plädierten die CVP, SP/ Grüne und der Gemeinderat dafür, aus Attraktivitätsgründen am Turm festzuhalten. «Der Gemeinderat ist der Meinung, dass ein Sprungturm eine richtige und wichtige Investition ist», betonte der Gemeinderat Paul Wenger (SVP).

Ausserdem rief Wenger in Erinnerung, dass die Vorlage «Gartenbad plus» ein Auftrag des Einwohnerrats gewesen ist. Bereits 2008/2009 wurde ein Studienauftrag «Gartenbad plus» durchgeführt und im Juni 2012 gab der Einwohnerrat grünes Licht für die Erarbeitung des Sanierungs- und Erneuerungsprojekts.

Stimmvolk entscheidet

«Wir haben Verständnis dafür, dass der Gemeinderat erzürnt ist, dass wir nun noch einmal die Zahlen genauer angeschaut haben», sagte Thierry Bloch von der FDP/GLP am Montag. Zwischen der ersten Diskussion zum Gartenbad und heute sei aber viel Zeit vergangen. Einerseits wurde das Projekt 2010 wegen den Abklärungen für ein Hallenbad zurückgestellt, und andererseits kam im Herbst 2014 das Stabilisierungsprojekt der Gemeinde, mit dem die Reinacher Finanzen wieder ins Lot gebracht werden sollten. «Das hat dazu geführt, dass in der Zwischenzeit mehr auf die Ausgaben geachtet wird», so Bloch.

Den endgültigen Entscheid zum Gartenbad-Kredit wird das Reinacher Stimmvolk an der Urne fällen.